Diplomatische Spannungen zwischen Japan und China sorgen für Konzertabsagen

Die China-Politik der japanischen Regierung führt zu erheblichen diplomatischen Spannungen - inklusive etlicher Konzertabsagen. Der renommierte Jazz-Bassist Yoshio Suzuki wurde offenbar mitten im Soundcheck für einen Auftritt in Peking von Zivilpolizisten unterbrochen. Diese hätten mitgeteilt, dass alle Konzerte mit Japanern abgesagt seien, sagte Suzukis Veranstalter, der in China lebende Christian Petersen-Clausen der Nachrichtenagentur Reuters. Der 80-Jährige Suzuki und sein Quintett hatten den Angaben zufolge monatelang gebraucht, um Visa für den China-Besuch zu bekommen. Auch ein Konzert der japanischen Singer-Songwriterin KOKIA wurde abgesagt; die China-Tour des Rappers KID FRESINO ist bis auf weiteres verschoben. Reuters zufolge sollen die Musikveranstalter außerdem keine Auftritte japanischer Künstlerinnen und Künstler im kommenden Jahr planen. Im Laufe der Woche waren bereits mehrere Kino-Starts japanischer Filme abgesagt worden. Auch auf den Tourismus hat der Streit Auswirkungen: Das chinesische Kreuzfahrtschiff "Adora Magic City" etwa hat seine für Dezember geplante Route geändert und soll keine japanischen Häfen mehr anlaufen, sondern stattdessen deutlich länger an der südkoreanischen Insel Jeju anlegen. Laut Reuters erwägen auch andere Reedereien Routenänderungen, um Japan zu meiden.