Seit 01:05 Uhr Tonart
Montag, 08.03.2021
 
Seit 01:05 Uhr Tonart

Diskurs | Beitrag vom 06.10.2019

Digitaler Protest: Kameras und WaffenDas Selfie als Protestwerkzeug

Moderation: René Aguigah

Beitrag hören
Ein älterer Mann macht ein Selfie von sich auf einer Straße in Hong Kong, mit Polizisten in voller Ausrüstung im Hintergrund, während der Demonstrationen gegen die Regierung. (Getty / Anthony Kwan)
Während der Proteste in Hong Kong fotografiert sich ein Mann vor den Polizisten. (Getty / Anthony Kwan)

Digitale Bilder verbreiten sich in Echtzeit. Das ist nicht nur eine Frage des Tempos: Sie funktionieren auch anders als ihre analogen Vorläufer. Ein Gespräch zum Thema Bildproteste.

Wie funktioniert das Selfie als Protestwerkzeug? Erzeugen Bildphänomene im Netz eine globale Community? Durch die Digitalisierung haben Bilder einen enormen Bedeutungszuwachs erfahren. Dass sie sich einfacher denn je herstellen und so schnell wie nie verbreiten lassen, führt nicht nur zur vielbeschworenen "Bilderflut", sondern verleiht Bildern auch zusätzliche Funktionen.

Erstmals können sich Menschen mit Bildern genauso selbstverständlich austauschen wie mit gesprochener oder geschriebener Sprache. Der schon vor Jahren proklamierte "Iconic Turn" ist Realität geworden. Die bei Wagenbach erscheinende Reihe "DIGITALE BILDKULTUREN" diskutiert die wichtigsten neuen Formen und Verwendungsweisen von Bildern und ordnet sie kulturgeschichtlich ein.

Kerstin Schankweiler widmet sich in ihrem Essay "Bildproteste" dem politischen Potential digitaler Bilder. Bei einer Veranstaltung im Kindl, dem Zentrum für zeitgenössische Kunst in Berlin, diskutierte sie mit Wolfgang Ullrich darüber, wie digitale Fotos und Videos für politische Proteste vereinnahmt werden.

Kann diesen häufig geteilten und kommentierten Bildern eine Zeugenschaft zugeschrieben werden? Welche Verbindungen entstehen zwischen dem realen öffentlichen Raum und den Räumen des Internets?

Auf dem Podium:
Kerstin Schankweiler
, Bildwissenschaftlerin im globalen Kontext an der TU Dresden
Wolfgang Ullrich, Kunsthistoriker, Mitherausgeber der Reihe "Digitale Bildkulturen"

Literaturhinweis:

Kerstin Schankweiler: "Bildproteste"
Herausgegeben von Wolfgang Ullrich
Wagenbach Verlag, Berlin 2019
80 Seiten, 10 Euro

Kulturnachrichten hören

März 2021
MO DI MI DO FR SA SO
1 2 3 4 5 6 7
8 9 10 11 12 13 14
15 16 17 18 19 20 21
22 23 24 25 26 27 28
29 30 31 1 2 3 4

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Fazit

Museum der Moderne "Ökologisch ein absoluter Super-GAU"
Museumsentwurf mit großflächiger Verglasung. (Herzog & de Meuron)

Der Bau des Museums der Moderne ist zu teuer und unökologisch, kritisiert der Bundesrechnungshof. Für das Prestigeprojekt der Kulturstaatsministerin dürfte das kaum Konsequenzen haben. Ein Privatinvestor hätte den Bau längst gestoppt, so Nikolaus Bernau.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

Die Berlinale-GewinnerKonsequente Preise
Szene aus dem Gewinnerfilm "Bad Luck Banging or Loony Porn": Eine Frau mit Maske vor dem Gesicht hebt ihre Arme in einer fragenden Pose. (Silviu Ghetie / microFilm)

Ein Film der Autoritäten hinterfragt und der Empörungsdemokratie den Spiegel vorhält: Mit „Bad Luck Banging or Loony Porn“ gewinnt Regisseur Radu Jude in einem starken Wettbewerb. Deutsche Filme wurden auch ausgezeichnet, doch Favoriten gingen leer aus.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur