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Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 01.02.2019

Digitale TextrevolutionDie neue Sprache der Liebe

Stephan Porombka und Ulrich Woelk im Gespräch mit Dorothea Westphal

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Junges Paar umarmt sich - abgelenkt von ihren Smartphones (imago / Gary Waters)
Liebe geht bisweilen auch durchs Smartphone. (imago / Gary Waters)

Liebesgedichte per Messenger, erotische Fotos und Lovesongs per Audionachricht: Das Smartphone macht Verliebte ziemlich kommunikativ und lässt sie experimentieren. Denn vorgefertigte Liebesschwüre, wie zu Zeiten des Liebesbriefs, gibt es hier nicht.

Noch nie haben sich Liebende so viel geschrieben wie jetzt, sagt der Kommunikationswissenschaftler Stephan Porompka. Wir stecken also mitten drin, in einer "digitalen Textrevolution".

In seinem neuen Buch "Es ist Liebe" schildert er die Vielfalt der Kommunikation von Liebespaaren über das Smartphone. Das Spannende an den neuen Liebesgeständnissen: Es gibt keine bisherigen Vorlagen und Regeln für diese Art der Kommunikation.

Wir sind also alle "experimentierende Autoren und Leser", meint Porombka. Eine "ziemlich aufregende Zeit", in der Audionachrichten, Emoticons, Links, Liebeslieder quasi zu einer Kollage, einer Multimedia-Schau der Liebe werden. "Die Kommunikation wird komplexer, nicht eindimensionaler", meint Porompka.

Doch Sprache kann nicht nur verführen, sondern auch kränken und verletzten. "Ich glaube ja, dass inzwischen Beziehungsberater ganz, ganz stark damit beschäftigt sind", meint der Schriftsteller Ulrich Woelk zum Thema "digitale Kommunikation". Schließlich können Missverständnisse per Mail oder Chat stärker eskalieren, weil sie nicht schnell genug erkannt und ausgeräumt werden.

(lk)

Dieser Beitrag ist eine Wiederholung vom 16. Februar 2018.

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Digitale Kommunikation - Der digitale Beichtstuhl
(Deutschlandfunk Kultur, Weltzeit, 11.03.2014)

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