Die Zeitenwende der Buchkultur

Von Jürgen Neffe · 01.01.2012
Nun kommt es doch: Das elektronische Buch revolutioniert den deutschen Markt. Die Buchkultur steht am Beginn einer Zeitenwende, das Buch löst sich in seine Bestandteile auf. Das Papier wird allmählich zum Auslaufmodell, der Inhalt weicht auf elektronische Datenträger aus.
Damit gerät das älteste Medium in die ungleich schnelleren Innovationszyklen des digitalen Fortschritts. Bücher lassen sich aktualisieren, erweitern, vernetzen, eine Evolution ohne erkennbares Ende, die Gutenbergs Erbe in immer weitere Ferne rückt.

Das Buchgewerbe verliert dabei seinen klaren Zuschnitt. Schreib-, Produktions- und Leseweisen stehen vor gewaltigen Veränderungen. Die Verlage des 21. Jahrhunderts werden ihnen umso besser gewachsen sein, je mehr sie sich in Multimediahäuser verwandeln und den Fortschritt selber gestalten. Doch danach sieht es im Augenblick eher weniger aus.

Bei der letzten Frankfurter Buchmesse, aber auch schon im Jahr davor, bot sich ein merkwürdiges Bild. Zum wichtigsten Thema war im Vorfeld das elektronische Buch erkoren worden. Aber wo waren sie, die eBooks? An den Ständen der Verlage, die solche Produkte in ihrem Programm führen, suchte man sie vergebens. Wäre es nicht ein Leichtes gewesen, ein paar Lesegeräte aufzustellen, in denen Besucher sich Bücher in der neuartigen Form hätten ansehen können?

Zur multimedialen eBooks und der Zukunft des Buches und des Verlagswesens äußert sich der Journalist und Autor Jürgen Neffe.

Ein Essay von Jürgen Neffe zu diesem Themaist am 19.12.2011 veröffentlicht worden.