Seit 20:03 Uhr Konzert
Dienstag, 27.07.2021
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Interview / Archiv | Beitrag vom 24.07.2020

Die USA vor der WahlHistorikerin hält einen Staatsstreich von Trump für unwahrscheinlich

Jessica Gienow-Hecht im Gespräch mit Ute Welty

Das Weiße Haus in Washington  (picture-alliance/Fotostand)
Im Kampf um das Weiße Haus wird im Herbst befürchtet, dass Präsident Trump eine Niederlage vielleicht nicht anerkennt. (picture-alliance/Fotostand)

Wie die US-Wahl im November ausgehen wird, ist offen. Dennoch kursieren Spekulationen, dass Präsident Trump eine Niederlage nicht hinnehmen wird. Die Historikerin Jessica Gienow-Hecht erwartet aber keinen Staatsstreich.

Immer wieder gibt es Berichte, US-Präsident Donald Trump könnte im Fall einer Wahlniederlage im November das Ergebnis anfechten und sich weigern, das Weiße Haus zu verlassen. Ein solches Szenario spielt auch der US-amerikanische Juraprofessor Douglas Lawrence in seinem Buch "Will He Go? Trump and the Looming Election Meltdown in 2020" durch. Die Historikerin am John-F.-Kennedy-Institut der Freien Universität, Jessica Gienow-Hecht, teilt diese Einschätzung nicht.

Macht nur mit Entourage

"Wenn Trump im Amt würde bleiben wollen, dann bräuchte er Leute, die auf seiner Seite sind", sagt Gienow-Hecht. Diese Unterstützer liefen ihm aber weg.
"Macht hängt immer an einer Entourage, die einen unterstützt." Zum anderen sei ein sehr genaues Prozedere festgelegt, wie die Macht und die Machtinsignien am Tag des Amtsdantritt im Januar 2021 übergeben würden.  

"Das heißt also, das Gesetz wäre nicht auf seiner Seite - und die Prozedur wäre es auch nicht", so die Historikerin. Einen Staatsstreich durch einen Präsidenten, der schon lange im Amt war, gebe es eigentlich in liberalen Demokratien nicht. 

Eindeutige Wahlergebnis hilfreich

Solllte der Präsident die Wahl im Fall einer Niederlage anfechten, dann habe die US-Verfassung dem aber kaum "Mechanismen" entgegenzusetzen, sagt Gienow-Hecht. Sie hofft daher auf ein eindeutiges Wahlergebnis - "und zwar so eindeutig, dass es überhaupt keine Frage gibt, ob diese Wahl angefochten werden kann oder nicht".

(huc)

Mehr zum Thema

"Operation Legend" - US-Präsident Trump schickt Truppen nach Chicago
(Deutschlandfunk, Informationen am Morgen, 23.07.2020)

"The Lincoln Project" - US-Republikaner gegen Trump
(Deutschlandfunk Kultur, Politisches Feuilleton, 21.07.2020)

Evangelikale in den USA - Trump, der "Gesalbte Gottes"
(Deutschlandfunk, Tag für Tag, 17.07.2020)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Interview

Juristische StandardwerkeKeine Nazis als Namensgeber
Nahaufnahme des "Palandt": ein juristisches Standadwerk zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Das Buch ist sehr dick und hat einen weißen Umschlag, die Schrift darauf ist rot und schwarz.  (picture alliance / CHROMORANGE | Udo Herrmann)

Der C.H. Beck Verlag hat erklärt, juristische Standardwerke nicht länger nach Juristen aus der NS-Zeit benennen zu wollen. Bayerns Justizminister Georg Eisenreich hält den Schritt für notwendig: Namensgeber müssten "integere Persönlichkeiten" sein.Mehr

Klimawandel in SüdamerikaWarum Kaffee teurer wird
Ein offener Sack mit Kaffeebohnen und einer Schaufel aus Metall darin steht auf dem Boden.  (picture alliance / dpa Themendienst / Mascha Brichta)

Kaffee werde künftig teurer und qualitativ schlechter - der Grund dafür liege zu einem großen Teil im Klimawandel, sagt Agrarökonom Christian Bunn. Aktuell sind die Kaffeepreise in Brasilien enorm gestiegen. Aber auch Tee und Kakao sind betroffen.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur