Seit 05:00 Uhr Nachrichten

Samstag, 22.09.2018
 
Seit 05:00 Uhr Nachrichten

Aus den Archiven / Archiv | Beitrag vom 30.12.2017

Die Stimme der KritikZwei Sendungen über Feuilleton-Legende Alfred Kerr

Vorgestellt von Michael Groth

Podcast abonnieren
Ein überdimensionales Porträt von Alfred Kerr in den Räumen des Münchener Theater-Museums, in dem im Rahmen der Freundschaftswoche "Berlin in München" im Jahr 1962 eine Ausstellung mit Bildern, Dokumenten und Manuskripten aus dem Leben des berühmten Berliner Kritikers gezeigt wird.  (picture-alliance/ dpa/ Rauchwetter)
Ausstellung über den Kritiker Alfred Kerr, 1962 in München. (picture-alliance/ dpa/ Rauchwetter)

Kritiker Friedrich Luft stellt eine andere Kritikerlegende vor: Alfred Kerr, legendäre Feuilleton-Größe, der 1933 vor dem Nationalsozialismus bis nach England floh. Was machte ihn aus, was bewegte ihn?

Der am 1867 in Breslau geborene und 1948 in Hamburg gestorbene Alfred Kerr galt von den letzten Jahren des ausgehenden 19. Jahrhunderts bis 1933 als maßgebende Stimme der Theaterkritik in Deutschland. Kerr betrachtete die Kritik als eine eigene Kunstform und schuf dafür einen treffenden, geistreich-ironischen und oft absichtlich saloppen Stil. Seine prägnanten Rezensionen erschienen unter anderen in der "Berliner Zeitung", dem "Berliner Tageblatt" und der "Frankfurter Zeitung".

Der Theaterkritiker Alfred Kerr (1867-1946) in einer undatierten Karikatur (dpa / picture alliance)Der Theaterkritiker Alfred Kerr (1867-1946) in einer undatierten Karikatur. (dpa / picture alliance)

Als Autor NS-kritischer Texte fand sich Kerr bald auf der Ausbürgerungsliste des Nazi-Regimes wieder. 1933 floh er nach Prag, später, mit seiner Familie, in die Schweiz, nach Paris schließlich 1935 nach London. Die Tochter Judith Kerr beschrieb später in ihren Büchern "Als Hitler das rosa Kaninchen stahl", "Warten bis der Frieden kommt" und "Eine Art Familientreffen" die Flucht aus Deutschland und das Leben im Exil.

Zu hören gibt es zwei Sendungen von Friedrich Luft (1911 - 1990) - ebenfalls eine Kritiker-Legende - über Alfred Kerr:

"Speere werfen und die Götter ehren"
RIAS Berlin 1954

Kritiker über Kritiker
RIAS Berlin 1977
Mehr zum Thema

Judith Kerr - Die Frau, der Hitler das rosa Kaninchen stahl
(Deutschlandfunk, Information und Musik, 31.10.2017)

Von Kainz bis Heinz - Geschichte des Deutschen Theaters
(Deutschlandfunk Kultur, Aus den Archiven, 13.05.2017)

Aus den Archiven

Vor 70 JahrenDeutschland und der Marshall-Plan
Hochkommissar John McCloy und Bundeskanzler Konrad Adenauer unterzeichnen am 15. Dezember 1949 den Marshallplan genannten ERP-Vertrag (picture-alliance / dpa)

Das US-Aufbauprogramm des Marshallplans sollte nach dem Zweiten Weltkrieg dem wirtschaftlich zerstörten Westeuropa zugute kommen: Drei historische RIAS-Sendungen erinnern an die Debatten der unmittelbaren Nachkriegszeit.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur