Seit 21:30 Uhr Hörspiel

Mittwoch, 21.11.2018
 
Seit 21:30 Uhr Hörspiel

Fazit / Archiv | Beitrag vom 08.04.2008

Die Signale auf Rot

"Zug der Erinnerung" darf nicht im Berliner Hauptbahnhof halten

Podcast abonnieren
Der "Zug der Erinnerung" im Hauptbahnhof in Köln.  (AP)
Der "Zug der Erinnerung" im Hauptbahnhof in Köln. (AP)

"Peinlich und provinziell" nennt der Berliner Senat den Umgang der Deutschen Bahn mit dem "Zug der Erinnerung". Kulturstaatssekretär André Schmitz kritisierte die Weigerung des Unternehmens, die mobile Ausstellung über die Juden-Deportation in den Berliner Hauptbahnhof einfahren zu lassen.

Das Gezerre um Trassennutzungsgelder, Haltestundengebühren und Rauchmelder sei würdelos. Schmitz forderte ein Machtwort von Unternehmenschef Hartmut Mehdorn. Die Bahn begründet ihre Weigerung unter anderem damit, dass die Rauchentwicklung der Dampflok die Sicherheit im Bahnhof gefährde. Der von Bürgerinitiativen initiierte "Zug der Erinnerung" informiert über die Deportationen jüdischer Kinder durch die Reichsbahn während der NS-Zeit.

Eckhart Roelcke: Wie kommt die Bahn zu ihrer Ablehnung. Der Zug ist ja schon eine ganze Weile unterwegs: in Frankfurt/M. gestartet, in Hamburg ist er auch schon stehengeblieben und hat die Ausstellung gezeigt.

André Schmitz: Das müssen Sie die Deutsche Bahn fragen. Ich kann's nicht nachvollziehen. Der Zug läuft ja seit 27. Januar, dem Tag der Befreiung von Auschwitz, 2007 in Würzburg gestartet. Seit ich mich heute öffentlich dazu geäußert habe, höre ich allerdings von allen Seiten, mit großen Problemen von Seiten der Bahn sowohl in Köln wie auch in Hamburg. Und der Eklat und der Höhepunkt ist jetzt in der Tat, dass jetzt versucht wird hier in der Hauptstadt, dort wo die Schoah geplant, beschlossen und umgesetzt worden ist, diesen Zug zu verhindern. Ich halte das für einen Skandal und völlig unverständlich.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 8.9.08 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.

Kulturpresseschau

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 9Überwältigende Übergänge
Die Schauspielerin Sesede Terziyan (als Elisabeth) steht am 10.01.2018 in Berlin bei der Fotoprobe zu dem Stück "Glaube Liebe Hoffnung" im Maxim Gorki Theater auf der Bühne. (picture alliance / Britta Pedersen / dpa)

Ist das "Postmigrantische Theater" ein Erfolg? Wie erlebten jüdische Bühnenkünstler Deutschland eigentlich nach ihrer Rückkehr aus dem Exil? Im Theaterpodcast #9 schauen wir auf einschneidende Übergänge und erinnern an den verstorbenen Theaterkritiker Dirk Pilz.Mehr

Folge 8"Siegreich" und "schiffbrüchig"
Porträt der Kulturmanagerin Adolphe Binder. (picture alliance / dpa / Caroline Seidel)

Was steckt hinter der Theaterkrise in Wuppertal und den Vorwürfen gegen Jan Fabre? Warum sind die Arbeiten des Regisseurs Jürgen Gosch so unvergesslich? Im September-Theaterpodcast schauen wir auf "siegreiche" und "schiffbrüchige" Theatermacher.Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur