Seit 11:05 Uhr Tonart
Mittwoch, 21.10.2020
 
Seit 11:05 Uhr Tonart

Elektronische Welten / Archiv | Beitrag vom 27.12.2012

Die reinigende Kraft der 140 Zeichen

Surftipps im Dezember

Von Jörg Schieb

Wer sind eigentlich die Twitterer, Blogger und Netzaktivisten, denen viele User so gern folgen? 140sekunden.de stellt sie vor. (picture alliance / dpa / Frédéric Dugit)
Wer sind eigentlich die Twitterer, Blogger und Netzaktivisten, denen viele User so gern folgen? 140sekunden.de stellt sie vor. (picture alliance / dpa / Frédéric Dugit)

Twittern als Lebensinhalt, innovatives Crowd-Radio und die Welt in Superzeitlupe sind einen längeren Besuch auf drei einschlägigen Websites wert.

Porträts von Internetaktivisten in 140 Sekunden

Was sind das eigentlich für Leute, die Twitter-Nachrichten verschicken – und was twittern die so? Wer eine Antwort darauf haben möchte, sollte www.140sekunden.de besuchen. Denn hier werden Menschen vorgestellt, die spannende Twitter-Projekte haben.

Menschen wie die Brüder Jens und Sven Scholz, die den ironischen Twitterkanal @bundesamtfvs betreiben. Hier bekommt der Schnüffelstaat mit spitzen Kommentaren eins auf die Nase – aber auch alle User, die so etwas zu ernst nehmen.

Die Porträts der Twitterer, Blogger und Netzaktivisten dauern genau 140 Sekunden. Weil Twitter-Nachrichten maximal 140 Zeichen lang sein dürfen. So wie 140 Zeichen für eine gehaltvolle Nachricht ausreichen können, sind 140 Sekunden lang genug, um die Menschen hinter einem Projekt zu porträtieren.

Die Webseite stellt Leute vor, die moderne Kommunikationsmittel nutzen, um für ihre Interessen zu werben, die etwas bewegen oder andere zum Nachdenken anregen wollen. Wer hat eigentlich die Demos gegen Karl-Theodor zu Guttenberg im Netz organisiert? Wer füttert den Twitter-Kanal der Tagesschau?

Natürlich darf es auch mal persönlich werden: Lena Reinhardt zum Beispiel twittert über ihr Gefühlsleben. Sie hat die reinigende Kraft der 140 Zeichen entdeckt und twittert über ihr Leben, mal ehrlich, mal zynisch, mal sarkastisch. Wie schön, wenn man sehen darf, was das für Menschen sind. Dann macht es gleich doppelt Spaß, ihnen auf Twitter zu folgen.


Ausgezeichnetes Onlineradio: detektor.fm

Im Internet gibt es mittlerweile unzählige Radiosender. Die meisten spielen vor allem Musik, manche kümmern sich auch um Musikthemen, aber nur wenige bieten solide gemachte journalistische Inhalte, Reportagen, Talks, Interviews oder Berichte. detektor.fm ist eine löbliche Ausnahme: Wer www.detektor.fm in den Browser eingibt oder im Smartphone ansteuert, bekommt rund um die Uhr hochwertiges Radio geboten.

Das Programm von detektor.fm ist sogar ausgezeichnet – und zwar im wörtlichen Sinne: Das Grimme-Institut hat dem Onlineradio dieses Jahr den Deutschen Radiopreis verliehen. Zum ersten Mal ging der Preis an ein Internetradio. Das macht schon deutlich, wie hochwertig die Inhalte von detektor.fm sind.

Prämiert wurde konkret das sogenannte "CrowdRadio" in der Kategorie "Beste Innovation". Mit Hilfe einer Smartphone-App erhalten Radiohörer die Möglichkeit, sich direkt am Radioprogramm zu beteiligen. Ein Meilenstein sei das, fand die Jury. Und so finden sich auch im regulären Programm des in Leipzig produzierten Online-Radios jede Menge Juwelen.

Jeden Tag werden fünf bis sechs Themen redaktionell erarbeitet, die Hintergründe ausgeleuchtet. Das kann man sich dann als Radiostream anhören – oder on demand, wann man will, wo man will. Handverlesene Musik gibt es obendrein. Ein durch und durch hörenswertes Programm.


Superzeitlupe: Wie die Slowmo Guys die Welt sehen

Für vieles ist das menschliche Auge zu träge. In einer Slowmotion-Aufnahme jedoch kann man plötzlich sehen, was vorher unsichtbar war – in einer Superzeitlupe noch viel mehr.

Genau darauf haben sich die The Slowmo Guys spezialisiert. Zwei Jungs auf dem Vereinigten Königreich, die sich einen Spaß daraus machen, eigentlich ganz alltägliche Dinge gekonnt ins Szene zu setzen und uns in Superzeitlupe zu präsentieren, in ihrem eigenen Youtube-Kanal.

Jede Menge Experimente, eindrucksvoll präsentiert – da kommt man aus dem Staunen nicht heraus.

Wie sieht das aus, wenn ein Ballon zerplatzt? Wie, wenn eine Biene auf einer Blüte landet und sie bestäubt? Auch die Transformation eines Maiskorns in der heißen Pfanne – wie aus Gemüse Popcorn wird, sehr beeindruckend, wenn man es in Slowmotion anschauen kann. Das Zerkrümeln eines Kekses bei 1000 Bildern pro Sekunde hat ebenfalls eine ungeahnte Ästhetik, oder das Aufprallen eines Paintball-Farbballs…

Den beiden Slowmo Guys ist der Spaß an der Sache anzumerken: Sie erklären in ihren selbst gemachten Videos den Versuchsaufbau stets locker und heiter, ihre Begeisterung wirkt ansteckend. Das macht wohl den Erfolg des Youtube-Kanals aus. Die Videos der Slowmo Guys sind absolute Hits: Einzelne Folgen haben 15 Millionen Zuschauer und mehr. Verständlich. Es macht einfach Spaß, zuzuschauen.

Elektronische Welten

MedizinKrank gespielt
Eine Geige, eine Flöte, eine Mundharmonika und ein Banjo liegen auf einem Notenblatt.   (picture-alliance / dpa / Wolfgang Thieme)

Einige leiden unter Kreuzschmerzen, andere bekommen verkrümmte Finger: Viele Musiker leiden unter Berufskrankheiten. Wissenschaftler der ETH Zürich wollen den Ursachen häufiger Beschwerden auf den Grund gehen.Mehr

EmpfehlungenAbenteuer, Strategie, Denkspiel
Das Exemplar einer durchsichtigen Sonderedition des ersten Gameboys ist am 14.04.2014 im Computerspielmuseum in Berlin in einer Vitrine zu sehen. (picture alliance / dpa / Stephanie Pilick)

Im Sommer gibt es wenig Neues auf dem Spielemarkt, wir haben dennoch drei Spiele gefunden. Man kann sich als strategisch denkender Ermittler austoben, sich auf eine gefährliche Insel begeben oder ein Männchen durch ein Level zum Ausgang führen. Mehr

GefahrgutEin Roboter für den Treibstofftransport
Mitarbeiter in der PCK Raffinerie GmbH im brandenburgischen Schwedt  (dpa / picture alliance / Patrick Pleul)

Roboter gibt es heute in vielen Bereichen. Auch die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt will künftig eine mobile Maschine einsetzen. Dort soll sich ein Roboter sogar in komplexen Situationen von selbst zurechtfinden.Mehr

weitere Beiträge

Wissenschaft und Technik

Drogen"Kommt ein guter Rauch"
Vier E-Shishas (dpa / picture alliance / Daniel Reinhardt)

Eine E-Shisha ist wesentlich kleiner als die orientalische Wasserpfeife und ähnelt in der Funktion einer elektronischen Zigarette. Die meist sehr bunten elektronischen Shishas machen Jugendliche glücklich − Eltern und Suchtexperten sind hingegen besorgt.Mehr

weitere Beiträge

Breitband

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur