Die letzte große Operndiva

Jürgen Kesting im Gespräch mit Susanne Führer · 12.10.2010
"La Stupenda" wurde sie genannt, die Fabelhafte. Die australische Sängerin Joan Sutherland gehört zu den wichtigsten Interpretinnen der 60er- und 70er-Jahre. Ihre Stimme galt als großer Koloratursopran. Sie starb im Alter von 83 Jahren in Genf, 20 Jahre nachdem sie von der Bühne Abschied genommen hatte.
Fazit sprach über das Wirken der Opernsängerin Joan Sutherland mit dem Musikkritiker Jürgen Kesting. Lesen Sie einen Auszug aus dem Gespräch:

Susanne Führer: Was war denn das Fabelhafte, das Stupende an Sutherlands Stimme?

Jürgen Kesting: Als sie Ende der 50er-Jahre, Anfang der 60er-Jahre nach Italien kam, hat sie ein paar der großen Koloraturpartien "Lucia di Lammermoor" und auch von Händel gesungen. Und ihre Virtuosität wurde eben als stupend bezeichnet. Und es ist ja ein alter Brauch, dass man Sängern, den Tenören, "König des hohen C", und bei der Sängerin die "Diva" oder eben "La Stupenda" anhängt, ein Etikett.

(…)

Susanne Führer: Ihr Durchbruch kam 1959 mit "Lucia di Lammermoor" von Donizetti - eine ihrer Paraderollen. Man kann ja auch immer wieder lesen, sie habe die Belcanto-Opern des 18. und 19. Jahrhunderts wieder neu in Mode gebracht. Stimmt das?

Jürgen Kesting: Nein, das hat die Callas getan. (…) Dann war eine Tür geöffnet. Und mehrere Sängerinnen haben diese Terra incognita, die es vorher gab, betreten. Eine war Sutherland im verzierten Fach, die andere war Montserrat Caballé.

Sie können das vollständige Gespräch mindestens bis zum 12.3.2011 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Player nachhören.