Die Glamour-Mütter dieses Jahres
Superheidi hat ihr drittes Kind geboren. Wahrscheinlich wird ihre vielfach fotografierte Bauchdecke nach wenigen Wochen auch diesmal wieder tadellos glatt sein. Während in Deutschland die Methusalemisierung der Gesellschaft wortreich beklagt wird, bekommen die Celebrities hier und anderswo Kinder ohne Ende, und zwar öffentlich.
Sie ist der zuckrigste Rauschgoldengel im Weihnachtsgeschäft. Im Pferdeschlitten fährt das Supermodel Heidi Klum im Werbespot für eine große Drogerie durch verschneite Plastiklandschaften. Mit dem Song dazu kam sie gleich in die Charts. Und gleichzeitig kam die frohe Botschaft: Superheidi hat ihr drittes Kind geboren. Der Junge sei ihr wie aus dem Gesicht geschnitten, berichtete die "Gala" nach dem ersten Interview. Klums erster Model-Auftritt nach dem Wochenbett wird demnächst erwartet: Wahrscheinlich wird ihre vielfach fotografierte Bauchdecke nach wenigen Wochen auch diesmal wieder tadellos glatt sein. Beulig nach oben wölben darf sich nämlich nur die Absatzkurve von Klums Kinderkollektion.
Heidi Klum war in diesem Jahr eine der erfolgreichsten in der Riege der Glamour-Mütter, die einem neuerdings überall begegnen. Während in Deutschland die Methusalemisierung der Gesellschaft wortreich beklagt wird, bekommen die Celebrities hier und anderswo Kinder ohne Ende, und zwar öffentlich. Dass der Sohn von Verona Feldbusch San Diego heißt, wissen alle Fernsehzuschauer, freudig begrüßte nicht nur die Leserschaft der Yellow Press Baby Nummer zwei der Sängerin Sarah Connor, und Claudia Schiffers Kinder waren schon mit auf dem Titel des Otto-Katalogs.
Prototyp dieser Pop- und Glamourmütter ist der erfolgreichste weibliche Popstar unserer Zeit: Madonna. Während der Neunziger Jahre hatte sie sich als gnadenlose Sexbombe stilisiert – und ihr Publikum mit diesem Image schließlich ziemlich gelangweilt. Ihr erstes Kind, das sie sich von ihrem Fitnesstrainer zeugen ließ, inspirierte Madonna zu einer spirituellen Wendung, die sich musikalisch wunderbar umsetzen ließ:
Madonnas neue Innerlichkeit kam an: Das Album "Ray of Light" von 1998 war eines ihrer erfolgreichsten. Gleichzeitig führte Madonna als erste die Regeln vor, die für all die neuen Glamour-Mütter gelten: Kinder kriegen tut der Karriere keinen Abbruch – solange man sich dabei nichts anmerken lässt. Dabei helfen Legionen von Kindermädchen, ein straff geführter Terminplaner – und eine gute Portion Gnadenlosigkeit dem eigenen Körper gegenüber. Ein schwangerer Bauch wird in Musikvideos vorgezeigt wie ein exzentrisches Accessoire, Heidi Klum präsentierte sich mit ihren Rundungen auf einer Fernsehgala nach der anderen.
Aber das ermüdete Fleisch, das nach der Geburt zurückzubleiben pflegt, darf niemals ins Bild kommen. Und Speckröllchen gehen gar nicht, so viele Schwangerschaften frau auch hinter sich hat. So wurde Großbritanniens First Fußballer-Lady Victoria Beckham, drei Söhne, in diesem Jahr in einer Umfrage zur attraktivsten Mutter Großbritanniens gewählt. Gleichzeitig machte sie Schlagzeilen damit, dass sie die neuen Jeans der Größe Zero trägt: ein Format, in das eigentlich nur zehnjährige Mädchen hineinpassen dürften.
Die Einzige, die in diesem Jahr die Regeln öffentlicher Mutterschaft immer wieder brach, war die amerikanische Sängerin Britney Spears. Mit 17 hatte sie das Tragen von Hüfthosen zu nacktem Bauchnabel weltweit populär gemacht. Als sie jetzt mit 25 Jahren nach der zweiten Schwangerschaft solche Hosen nicht mehr tragen konnte, handelte sie sich böse Kommentare ein. Hämisch kommentierte die Presse jedes neue Paparazzi-Foto in schlabberigen Jogginghosen. Bis Britney einen neuen Fitnesstrainer einstellte, ihren Ehemann hinauswarf und die Fortsetzung ihrer Karriere ankündigte. Als sie jedoch ihre Rückkehr ins Glamour-Leben allzu ausgiebig feierte, hetzte man ihr gleich das Jugendamt auf den Hals. Das Leben als Popmutter ist eben eine Gratwanderung.
Für Madonna dagegen lief 2006 wieder alles perfekt. Ihr Album "Hung Up" war das erfolgreichste seit langem. Und auf der ausverkauften Welttournee präsentierte sich die 47-Jährige als durchtrainierte Disco-Queen im rosafarbenen Aerobic-Anzug und tanzte, als wäre sie 20. Und sie fand sogar einen neuen Weg, die Taille schlank zu halten und trotzdem die Familie zu vergrößern: Sie flog ins afrikanische Malawi und adoptierte einen kleinen Jungen aus dem Waisenhaus. Ihr nächstes Kinderbuch wird wahrscheinlich in der Savanne spielen – und sich wunderbar verkaufen.
Heidi Klum war in diesem Jahr eine der erfolgreichsten in der Riege der Glamour-Mütter, die einem neuerdings überall begegnen. Während in Deutschland die Methusalemisierung der Gesellschaft wortreich beklagt wird, bekommen die Celebrities hier und anderswo Kinder ohne Ende, und zwar öffentlich. Dass der Sohn von Verona Feldbusch San Diego heißt, wissen alle Fernsehzuschauer, freudig begrüßte nicht nur die Leserschaft der Yellow Press Baby Nummer zwei der Sängerin Sarah Connor, und Claudia Schiffers Kinder waren schon mit auf dem Titel des Otto-Katalogs.
Prototyp dieser Pop- und Glamourmütter ist der erfolgreichste weibliche Popstar unserer Zeit: Madonna. Während der Neunziger Jahre hatte sie sich als gnadenlose Sexbombe stilisiert – und ihr Publikum mit diesem Image schließlich ziemlich gelangweilt. Ihr erstes Kind, das sie sich von ihrem Fitnesstrainer zeugen ließ, inspirierte Madonna zu einer spirituellen Wendung, die sich musikalisch wunderbar umsetzen ließ:
Madonnas neue Innerlichkeit kam an: Das Album "Ray of Light" von 1998 war eines ihrer erfolgreichsten. Gleichzeitig führte Madonna als erste die Regeln vor, die für all die neuen Glamour-Mütter gelten: Kinder kriegen tut der Karriere keinen Abbruch – solange man sich dabei nichts anmerken lässt. Dabei helfen Legionen von Kindermädchen, ein straff geführter Terminplaner – und eine gute Portion Gnadenlosigkeit dem eigenen Körper gegenüber. Ein schwangerer Bauch wird in Musikvideos vorgezeigt wie ein exzentrisches Accessoire, Heidi Klum präsentierte sich mit ihren Rundungen auf einer Fernsehgala nach der anderen.
Aber das ermüdete Fleisch, das nach der Geburt zurückzubleiben pflegt, darf niemals ins Bild kommen. Und Speckröllchen gehen gar nicht, so viele Schwangerschaften frau auch hinter sich hat. So wurde Großbritanniens First Fußballer-Lady Victoria Beckham, drei Söhne, in diesem Jahr in einer Umfrage zur attraktivsten Mutter Großbritanniens gewählt. Gleichzeitig machte sie Schlagzeilen damit, dass sie die neuen Jeans der Größe Zero trägt: ein Format, in das eigentlich nur zehnjährige Mädchen hineinpassen dürften.
Die Einzige, die in diesem Jahr die Regeln öffentlicher Mutterschaft immer wieder brach, war die amerikanische Sängerin Britney Spears. Mit 17 hatte sie das Tragen von Hüfthosen zu nacktem Bauchnabel weltweit populär gemacht. Als sie jetzt mit 25 Jahren nach der zweiten Schwangerschaft solche Hosen nicht mehr tragen konnte, handelte sie sich böse Kommentare ein. Hämisch kommentierte die Presse jedes neue Paparazzi-Foto in schlabberigen Jogginghosen. Bis Britney einen neuen Fitnesstrainer einstellte, ihren Ehemann hinauswarf und die Fortsetzung ihrer Karriere ankündigte. Als sie jedoch ihre Rückkehr ins Glamour-Leben allzu ausgiebig feierte, hetzte man ihr gleich das Jugendamt auf den Hals. Das Leben als Popmutter ist eben eine Gratwanderung.
Für Madonna dagegen lief 2006 wieder alles perfekt. Ihr Album "Hung Up" war das erfolgreichste seit langem. Und auf der ausverkauften Welttournee präsentierte sich die 47-Jährige als durchtrainierte Disco-Queen im rosafarbenen Aerobic-Anzug und tanzte, als wäre sie 20. Und sie fand sogar einen neuen Weg, die Taille schlank zu halten und trotzdem die Familie zu vergrößern: Sie flog ins afrikanische Malawi und adoptierte einen kleinen Jungen aus dem Waisenhaus. Ihr nächstes Kinderbuch wird wahrscheinlich in der Savanne spielen – und sich wunderbar verkaufen.
