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Sonntag, 12.07.2020
 
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Konzert / Archiv | Beitrag vom 12.06.2020

Die Dresdner Philharmonie unter Marek JanowskiVon Haydn zu Hindemith - Klangbrücken II

Moderation: Stefan Lang

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Das Orchester steht in Konzertkleidung auf der Bühne des Dresdner Kulturpalastes. (Dresdner Philharmonie / Rittershaus-Pauly Web)
An drei Abenden koppeln die Dresdner Philharmoniker Musik von Haydn und Hindemith. (Dresdner Philharmonie / Rittershaus-Pauly Web)

Zwei Pariser Sinfonien von Joseph Haydn treffen auf Kammermusikalisches von Paul Hindemith. Das eine klassisch-humorvolle Unterhaltung, das andere Spiegelung einer Zeit, die den Ersten Weltkrieg hinter sich hat, und doch Haydn expressionistisch zitiert.

Paris liebte die Musik Joseph Haydns. Seine Sinfonien dominierten den gesamten Konzertkalender der Stadt. Ein regelrechter Haydn-Hype war losgetreten. Und Haydn lieferte feinste Musik. In jeder seiner Pariser Sinfonien sind vor allem die Bläserpartien mit besonders schönen Passagen versehen - Haydn vertraute auf die Musikalität des dortigen Personals. 

Dirigent Marek Janowski im Gespräch mit Stefan Lang zur Idee der Klangbrücken-Konzerte:

Im Teil Zwei der großen Haydn-Hindemith-Trilogie stehen die Sinfonien des Klassikers als musikalischer Rahmen. Und ihr Witz, ihr Charme spiegelt sich in Hindemith Kammermusiken Nr. 1. Der Komponist, der in den 1920-er Jahren seine Kammermusiken schrieb, ist auch hier verspielt und humorvoll. 

Hindemiths Humor 

Vor allem keck zeigen sich die 12 Instrumente: ein Streichquintett plus Flöte, Klarinette und Fagott, dazu eine Trompete, Schlagzeug, Harmonium und Klavier. Große, rhythmische Genauigkeit ist hier der Schlüssel zur Musik. Nur dann "funktioniert" sie, nur dann kann sie ihren Witz entfalten.

Neben dem Gesicht des Cellisten ist die Schnecke seines Cellos zu sehen. (Wolfgang Emanuel Schmidt / Andreas Malkmus)Wolfgang Emanuel Schmidt lehrt neben seiner solistischen Tätigkeit in Berlin und Weimar. (Wolfgang Emanuel Schmidt / Andreas Malkmus)

Hindemiths Kammermusik Nr. 3 ist für obligates Violoncello und 10 Soloinstrumente gesetzt. Dieses Werk komponierte er für seinen Bruder Rudolf, der bei der Uraufführung 1925 in Bochum brillierte.

Cellist Wolfgang Emanuel Schmidt zu diesem Werk:

Das Violoncello steigt gleich zu Beginn solistisch ein, als ob es ein Gespräch beginnen würde. Der erste Satz erinnert dabei an ein vornehmes Grave einer französischen Ouvertüre. Im Verlauf fordert es ein präzises Spiel besonders in den hohen Lagen.

Live aus dem Kulturpalast Dresden

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 84 Es-Dur

Paul Hindemith
Kammermusik Nr. 1 op. 24 Nr. 1 für 12 Soloinstrumente

Paul Hindemith
Kammermusik Nr. 3 op. 36 Nr. 2 für obligates Violoncello und 10 Soloinstrumente

Joseph Haydn
Sinfonie Nr. 83 g-Moll "La Poule"

Wolfgang Emanuel Schmidt, Violoncello
Dresdner Philharmonie
Leitung: Marek Janowski

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