Die 80. Ruhrfestspiele Recklinghausen sind eröffnet

Die Ruhrfestspiele Recklinghausen sind eines der größten jährlich stattfindenden Theaterfestivals in Europa - und gehen nun in die 80. Auflage. Mit einer Rede der Büchner-Preisträgerin Ursula Krechel und der Tanzproduktion "Huang Yi & Kuka" des taiwanesischen Chforeografen Huang Yi über die Konfrontation eines Menschen mit einem Industrieroboter wurden die Festspiele am Sonntagabend eröffnet. Das Motto im Jubiläumsjahr lautet "Erschrecken und Erstaunen". Für Festspiel-Intendant Olaf Kröck gehört es zu den erschreckenden Elementen, dass die Produktion "Das Kind" der iranischen Shieveh Theater Company abgesagt werden musste. Die Inszenierung war als zentrale Schauspielproduktion der diesjährigen Festspiele eingeladen. Doch aufgrund des Iran-Kriegs hatte das Ensemble keine Möglichkeit, nach Deutschland zu reisen. Auch Ursula Krechel plädierte in ihrer Rede für die Maxime "Jeder ist willkommen". In ihrer Rede knüpfte sie an Franz Kafkas Romanfragment "Der Verschollene" an und stellte einen Bezug zwischen dem Begriff der Katastrophe und der heutigen Weltlage her. Die Ruhrfestspiele laufen mit zahlreichen Veranstaltungen und Ausstellungen noch bis zum 13. Juni. Hauptort ist in diesem Jahr ein temporäres Festivalzelt, da das Ruhrfestspielhaus saniert wird. Für die Festspiele 2027 soll es wieder zur Verfügung stehen.