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Weltzeit / Archiv | Beitrag vom 11.11.2015

Devon in SüdenglandAuf den Spuren von Agatha Christie

Von Jens-Peter Marquardt

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(picture-alliance / dpa / Mark Read)
Der Hafen von Torquay in Devon, aufgenommen 1997. (picture-alliance / dpa / Mark Read)

Agatha Christie stammt aus der Grafschaft Devon im Südwesten Englands. Bis heute ist die Autorin dort präsent, in der reizvollen Region und in der Stadt Torquay. Viele Besucher kommen in die Stadt, um sich auf Christies Spuren zu begeben - dabei haben die Badebuchten und das milde Klima schon vor Jahrhunderten Sommergäste angezogen.

Das Imperial-Hotel gibt es immer noch. Auch heute steht es strahlend weiß über der Torbay. Hierhin kehrte sie immer wieder zurück. Es hat ein bisschen gedauert, bis Torquay den Wert der weltberühmten Krimi-Autorin entdeckt hat. 1990 war das, zu ihrem 100. Geburtstag, als die Stadt das erste Agatha-Christie-Festival veranstaltete. Frank Turner ist Agatha-Christie-Fan, 83 Jahre alt, natürlich längst pensioniert, Psychologe von Beruf, was für die Beschäftigung mit der Krimi-Königin und ihren Fällen durchaus von Vorteil ist. Turner zeigt gern den Ballsaal des Imperial.

"Agatha hat dieses Hotel geliebt. Im Sommer während der Torquay Segel-Woche ist sie hier immer zum Regatta-Ball gegangen. Am Segeln hatte sie kein Interesse, aber sie mochte diesen Ball."

Und natürlich ließ sie auch ihren Meisterdetektiv Hercule Poirot in diesem Ballsaal ermitteln. Der Saal im Imperial sieht noch genauso aus wie zu Agatha-Christies Zeiten. Die großen Fenster öffnen den weiten Blick über die Bucht – weiße Segel auf dem Wasser und am Horizont die Strände von Paignton und Brixham. In "Peril at End House", bei Poirots Ermittlungen, hieß das Imperial noch Majestic. Hier spielt auch der letzte Miss Marple-Fall.

Die britische Schauspielerin Margaret Rutherford, aufgenommen im September 1966: Ihre bekannteste Rolle war die der Miss Marple, die schrullige Seniorin mit der Leidenschaft für Kriminalfälle, nach einer Figur der Krimiautorin Agatha Christie. (picture-alliance/ dpa/dpaweb)Die britische Schauspielerin Margaret Rutherford, aufgenommen im September 1966: Ihre bekannteste Rolle war die der Miss Marple, die schrullige Seniorin mit der Leidenschaft für Kriminalfälle, nach einer Figur der Krimiautorin Agatha Christie. (picture-alliance/ dpa/dpaweb)

"In Sleeping Murder bekam das Hotel seinen richtigen Namen: Imperial. Miss Marple sitzt hier auf der Terrasse und erzählt ihren Freunden, wie sie ihren letzten Fall gelöst hat."

Schräg gegenüber vom Hotel, an der Straße, die steil hinab zum Hafen führt, liegt der Torquay Yacht Club. Hier war Agatha Christies Vater Stammgast.

"Mr. Miller war Amerikaner. Er war sehr reich. Er lebte vom Vermögen seines Vaters, lebte das Leben eines englischen Gentleman. Mr. Miller kam morgens in den Club, las die Zeitungen, unterhielt sich mit seinen Freunden, ging dann mittags zum Lunch nach Hause. Nachmittags kehrte er in den Club zurück und spielte Karten. Und wenn er dann abends nach Hause kam, fragte ihn seine Frau: Liebling, was hast Du denn heute im Club gemacht? In der Regel antwortete er: ´Nichts´. Wenn er aber gesprächiger war, dann hat er von den Club-Mitgliedern erzählt, die hier am Fenster gestanden und mit ihren Ferngläsern die Damen am Strand der Badebucht beobachtet haben."

Es ist die Beacon Cove, die damals, Anfang des 19. Jahrhunderts, die Blicke der Männer anzog. Die kleine, vor Wellen und Wind geschützte Bucht, liegt schräg unterhalb des Imperial Hotels, gegenüber vom Torquay Yacht Club. In Agatha Christies Jugend war die Beacon Cove die Damenbucht. Die Herren durften hier nicht an den Strand, gebadet wurde strikt getrennt nach Geschlecht. Nur bei Kindern wurde kein Unterschied gemacht.

Torquay bildet zusammen mit den benachbarten Seebädern Paignton und Brixham die ´Englische Riviera´. Das milde Klima und die Palmen an der Uferpromenade, die Badebuchten, die sich mit Steilufern abwechseln, haben schon vor Jahrhunderten die Sommergäste angezogen. Allerdings ist es in Torquay nicht nur friedlich gewesen. Agatha Christie fand die eine oder andere Anregung in den Polizeiberichten der Stadt:

"Hier haben sich durchaus einige Verbrechen abgespielt. Es gab zum Beispiel eine Frau, die Geld dafür bekam, Babys zu betreuen, die sie dann aber umbrachte."

Wirtschaftskrise verhinderte nötige Investitionen

Das Seebad Torquay florierte bis in die 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts hinein. Danach begann der Niedergang: Die Briten haben sich neue Urlaubsziele jenseits des Kanals gesucht, die Wirtschaftskrise verhinderte dringend nötige Investitionen. Die Arbeitslosenrate in Torquay liegt heute, wie in vielen anderen großen englischen Seebädern, über dem Landesdurchschnitt, genauso wie die Zahl der Sozialhilfeempfänger.

Immerhin kommen heute in den Sommermonaten viele Sprachschüler, um Englisch zu lernen. Aber die Stadtkasse ist leer, und die Stadtverwaltung tut sich schwer, die Prachtbauten aus der Blütezeit zu erhalten. Zum Beispiel den großen Pavillon an der Seepromenade, der 1912 als Musikhalle auf aufgeschüttetem Land gebaut wurde. Das sei sehr schade, sagt Frank Turner. Agatha, damals noch Miller, habe hier 1913 mit Archie Christie Richard Strauß gehört.

"In diesem Pavillon hat Archie ihr einen Heiratsantrag gemacht. Aber Agathas Mutter hat erst einmal ihr Veto eingelegt, weil Archie nur ein kleiner

Leutnant mit geringem Sold war und Agatha keinen standesgemäßen Lebensunterhalt bieten konnte. Später haben sie dann aber doch geheiratet – zwei Jahre nach dem Heiratsantrag hier in diesem Pavillon."

Archie brachte es immerhin noch bis zum Oberst, als Flieger im Ersten Weltkrieg. Die beiden bekamen eine Tochter, Rosalind, aber die Ehe scheiterte 1928, Agatha Christie war damals bereits erfolgreiche Krimi-Autorin. Ihr Elternhaus gibt es heute nicht mehr, aber viele andere Spuren ihres Lebens und ihres Werks in Torquay.

Die Seebrücke zum Beispiel, auf der sie mit ihren Freunden Rollschuh gelaufen ist. Die Town Hall, die im Ersten Weltkrieg zum Lazarett wurde – Agatha Christie meldete sich hier freiwillig zum Dienst als Krankenschwester. Und das alte Stadtkrankenhaus, in dem sie in der Klinik-Apotheke arbeitete und für die Ausgabe der Medikamente zuständig war. Hier lernte sie alles über die Wirkung von Heilkräutern und Giftstoffen. Kein Wunder, dass die meisten Opfer in ihren Kriminalromanen vergiftet wurden. So professionell, dass ihr erster Roman sogar in der englischen Apotheker-Rundschau gepriesen wurde. Der Klostergarten der alten Torre Abbey in Torquay erzählt davon.

"Torre Abbay wurde 1196 gebaut und ist damit das älteste Gebäude Torquays. Im Klostergarten wachsen heute alle Giftpflanzen, die Agatha in ihren Kriminalromanen verwendet hat. Die kleinen Schilder erklären, wie wirksam sie sind und in welchen Romanen sie verwendet wurden. Eigentlich sollte der Garten den Namen tragen ´Agathas giftige Pflanzen´, doch das klang vielen dann doch zu gefährlich. Deswegen heißt der Garten jetzt ´Agathas mächtige Pflanzen" – er ist offen für Besucher."

Schon in Agatha Christies erstem Roman "The Mysterious Affair at Styles" ermittelte ein kleiner, etwas korpulenter, ziemlich von sich selbst überzeugter Belgier mit gezwirbeltem Schnurrbart: Hercule Poirot. Das Vorbild für ihn fand sie damals in Torquay:

"Um einen Krimi zu schreiben, braucht man natürlich einen Detektiv. 1915 gab es in Torquay viele Flüchtlinge aus Belgien. Agatha Christie hat hier einmal in der Straßenbahn einen kleinen Belgier gesehen, und sie dachte sich, der kleine Mann könnte ein exzellenter Ermittler sein. Sie nannte ihn Hercule, Herkules. Das war natürlich ein Witz. Hercule Poirot – das ist der kleine Mann in der Straßenbahn in Torquay."

16.50 Uhr ab Paddington

Langsam setzt sich der historische Zug im kleinen Bahnhof Paignton in Bewegung. Mit einem solchen Zug ist früher auch Agatha Christie gefahren, von London nach Devon und anderswo. Züge spielen in ihren Büchern immer wieder die Titel-Rolle: "Mord im Orient-Express" und natürlich "16.50 Uhr ab Paddington" – Mrs. McGillicuddy beobachtet im entgegen kommenden Zug einen Mord.

Die englischen Eisenbahn-Fans lieben nach wie vor die alten Dampfloks. Und so wird der Zug von Paignton nach Kingswear von "Goliath" gezogen, der Dampflok mit dem Baujahr 1924. Goliath ist ziemlich wählerisch. Er verträgt nur heimische Kohle, Importkohle mag er gar nicht. Ein kleines Problem, weil in Großbritannien kaum noch Kohle gefördert wird. Steve ist der Lokführer.

"Die Lok hat etwa 2500 PS. Und sie ist für walisische Kohle gebaut. Die gibt genügend Kraft."

"Die Kohle kommt aus Südwales. Sie hat den richtigen Brennwert. Sie wird heiß genug, um ausreichend Dampf zu erzeugen."

Von Paignton aus fährt der Dampfzug an der Torbay entlang, mit Blick auf das gegenüber liegende Torquay, wo das weiße Imperial Hotel in der Sonne glänzt.

Nachdem der Zug die südlichen Strände der Torbay hinter sich gelassen hat, fährt er in den kleinen Bahnhof von Churston ein. Hier ist Agatha Christie häufig ausgestiegen, um zu ihrem Landsitz Greenway zu gelangen. Der Bahnhof in Churston sieht immer noch so aus wie damals. Man braucht nur die Augen zu schließen, um sich an die Szene aus den Morden des Herrn ABC zu erinnern. Poirot kommt hier aus Paddington an und trifft auf dem Bahnsteig Captain Hastings:

"Unglücklicherweise kommen sie zu spät. Der Serienmörder war ihnen zuvor gekommen. Sir Michael Clarke lag bereits erschlagen nicht weit von hier am Man Sands Strand."

Endstation des Dampfzugs ist Kingswear an der Mündung des Dart. Viele Segelyachten liegen hier in der Marina, geschützt vor Wellen und Wind. Eine kleine Fähre verbindet Kingswear mit Dartmouth, das als das schönste Hafenstädtchen Devons gilt. Vom Hafen aus führen steile, enge Gassen nach oben, entlang der alten, weißen und blauen Kapitänshäuser. Direkt am Hafenbecken, in dem nur kleine Boote Platz finden, liegt das Royal Castle Hotel aus dem 17. Jahrhundert, in dem viele prominente Gäste abgestiegen sind. Unter anderem Sir Francis Drake und Queen Victoria, aber auch Agatha Christie – und natürlich hat sie das Royal Castle zum Tatort gemacht, in" The Regatta Mystery", zu deutsch: der Stein des Anstoßes.

Am Kai in Dartmouth legen die Ausflugsschiffe ab. Sie fahren den Dart hinauf bis in die alte Stadt Totnes, die von den Ruinen einer normannischen Burg überragt wird und heute eine Hauptstadt der Esoterik-Bewegung und Hippie-Kultur ist. Oder sie nehmen die kürzere Strecke bis nach Greenway. Die Fahrt mit dem Schiff sei die schönste Art, sich Agatha Christies Landsitz zu nähern, sagt Christopher, der Steuermann der "Christie Belle":

" Am besten nehmen Sie den Dampfzug von Paignton nach Kingswear. Dann setzen Sie über und nehmen dieses Boot, die Christie Belle, bis zum Greenway Kai. Dann haben Sie ein bisschen von allem und erleben die ganze Szenerie."

Christopher muss es wissen – er ist schon lange mit der "Christie Belle" auf dem Dart unterwegs:

"Ich fahre schon seit 30 Jahren auf dem Fluss. Eigentlich bin ich ja schon im Ruhestand. Aber ich liebe diesen Job, sonst würde ich ihn nicht machen. Ich denke noch lange nicht ans Aufhören."

Christopher gibt den Passagieren noch ein paar Sicherheits-Hinweise. Dann tuckert die "Christie Belle" langsam vor der malerischen Kulisse von Dartmouth flussaufwärts. Oberhalb der Stadt liegt das Royal Naval College, in dem traditionell die Offiziere der Royal Navy ausgebildet werden – das einzige Gebäude an Land, das sich mit der Abkürzung HMS, Her Majesty´s Ship, schmücken darf. Hier hat vor 76 Jahren ein Marine-Offizier namens Philip Mountbatten zum ersten Mal eine junge Prinzessin namens Elisabeth getroffen – inzwischen ist er Prinz, und sie ist Königin, er 94 und sie 89 Jahre, und die Ehe hält noch immer.

Das weitläufige Anwesen Greenway

Am anderen Ufer kommt langsam Agatha Christies weitläufiges Anwesen Greenway in Sicht – zunächst unten am Fluss das alte Bootshaus, das schon dem berühmten Entdecker Sir Walter Raleigh im 16. Jahrhundert als Unterschlupf gedient hat.

Die "Christie Belle" legt am kleinen Anleger von Greenway an. Gegenüber liegt das Fischerdorf Dittisham – der Dart macht hier eine scharfe Rechtskurve und wird noch einmal so breit, dass er Platz für die Ankerplätze von Segelyachten und Motorbooten schafft. Christopher erinnert die Fahrgäste noch einmal eindringlich an die letzte Abfahrt um 16 Uhr, zurück nach Dartmouth.

"Hier von der Front des Hauses,mit der Sicht über den Dart, kann man gut verstehen, warum Agatha Christie diesen Ort den schönsten der Welt genannt hat. Dieser Blick in der Nachmittagssonne über den Fluss - das ist einfach nur herrlich"

sagt Elaine Ward, die Kuratorin des Greenway House. Das prächtige Herrenhaus aus dem 18. Jahrhundert gehört heute dem National Trust, der es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Agatha Christie hat das Haus zusammen mit ihrem zweiten Mann Max Mallowan 1938 gekauft, zum Schnäppchenpreis von 6.000 Pfund.

Die englische Schriftstellerin Agatha Christie in ihrem Haus Greenway House in Devonshire an der Schreibmaschine im Januar 1953. (picture-alliance / dpa / UPI)Die englische Schriftstellerin Agatha Christie in ihrem Haus Greenway House in Devonshire an der Schreibmaschine im Januar 1953. (picture-alliance / dpa / UPI)

Durch den weltweiten Erfolg ihrer Bücher reich geworden, hat sie später noch viel Land dazu gekauft, der riesige Park umfasst über 100 Hektar. Kuratorin Elaine Ward legt Wert darauf, dass heute hier alles noch so aussieht wie zu Agatha Christies Zeiten.

"Alles ist in Greenway House noch genau da, wo es die Familie platziert hatte. Es ist so, als wäre die Familie nur gerade mal kurz nach draußen gegangen."

Gleich am Eingang steht die Bagdad-Kommode, die Agatha Christie gleich in zwei ihrer Romane erwähnt. Christies zweiter Mann Max war ein bedeutender Archäologe. Sie hat viel Zeit mit ihm im Nahen Osten verbracht, ihm bei Ausgrabungen geholfen. Mehrere ihrer Kriminalfälle spielen dort: "Mord im Orient-Express", "Mord in Mesopotamien", "Tod auf dem Nil".

"In Greenway versuchen wir, auch die archäologischen Verbindungen von Agatha und Max zu zeigen. Hier sind zum Beispiel Fundstücke aus Nimrud, der Stadt am Tigris, deren unwiederbringliche Kulturgüter jetzt durch den IS zerstört wurden. Max Mallowan wurde für seine bedeutenden Ausgrabungen in Nimrud zum Sir geadelt.

In der Ecke des Salons steht der alte Steinway-Flügel, auf dem Agatha Christie selber komponiert und vor allem ihren geliebten Rachmaninow gespielt hat.

In Greenway ist die Autorin sogar im Originalton zu hören. In einer historischen Aufnahme erzählt sie, wie sie ihre Bücher geschrieben hat:

"Ich habe keine richtige Methode. Erst einmal tippe ich meinen Entwurf auf immer derselben alten Schreibmaschine. Für Kurzgeschichten und Theaterstücke nutze ich auch ein Diktaphon, aber nicht für das komplizierte Ausarbeiten eines ganzen Romans. Die wirkliche Arbeit findet im Kopf statt, bei der Entwicklung der Geschichte, beim Herumfeilen, bis sie rund ist. Das kann eine ganze Zeit in Anspruch nehmen. Dann versuche ich, das ganze Material zusammen zu setzen und die Zeit zu finden, es nieder zu schreiben."

Greenway ist nicht nur der Landsitz von Agatha und Max – die Queen of Crime hat das Haus und seinen Park auch zum Tatort gemacht, in "Dead Man´s Folly", "Wiedersehen mit Mrs Oliver". Der Hausherr feiert mit vielen Besuchern ein großes Gartenfest. Im Park wird eine Schnitzeljagd veranstaltet, die die Mitspieler zu einer fiktiven Toten führen soll. Doch dann liegt das Mädchen, das eigentlich das Opfer nur spielen soll, tatsächlich tot im Bootshaus, und Poirot steht mal wieder vor einem Rätsel. Kuratorin Ward steht in dem Bootshaus unten am Dart:

"Das ist das Bootshaus, in dem Marlene Tucker, die das tote Mädchen spielen sollte, tatsächlich erwürgt aufgefunden wurde.

Dinner nur im Smoking

Gary McBar ist seit mehr als 20 Jahren der Barkeeper im Burgh Island Hotel. Gary ist eine Insel-Legende, fast schon so legendär wie das Hotel selbst. Das Burgh Island Hotel hat sich kaum verändert, seit den 30er-Jahren, als Agatha Christie hier residierte. König Edward III. hat sich hier mit seiner amerikanischen Freunden versteckt, Burgh Island wurde zum Zufluchtsort für die Schönen und Reichen. Und noch immer gilt im Hotel: Dinner nur im Smoking.

Gary McBar erzählt den Gästen an der Bar gern alles, was er über die wechselvolle Geschichte des Burgh Island Hotels weiß. Er mixt ihnen dabei zum Beispiel einen politisch korrekten "And Then There Were None-Cocktail": Grand Marnier, Wodka, Creme und Schokolade. Gary meint, dieses Hotel sei einzigartig:

"Es gibt nichts Vergleichbares in der Welt. Wir sind hier in der großartigen Grafschaft Devon, mit immer schönem Wetter."

Sagt Gary mit einem kleinen Augenzwinkern. Der Aufenthalt hier ist eine Zeitreise zurück in die 30er-Jahre, in die Welt der Agatha Christie. Gary McBar ist der gute Geist dieses Hauses. Er ist in Schottland geboren, aber er will nie wieder weg von Burgh Island. Und das liegt auch an Agatha Christie:

"Ich kannte die Insel ja schon lange vorher. Als Teenager habe ich ihren Roman "The Evil under the Sun" verschlungen. Und jetzt hier zu sein – das ist mehr als die Erfüllung eines Traums. Du wirst plötzlich selbst zu einem Mitspieler in einem Agatha-Christie-Roman!"

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