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Interview / Archiv | Beitrag vom 24.03.2020

Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue Wie wir trotz Coronakrise ein Qualitätsprogramm machen können

Stefan Raue im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Stefan Raue im Porträt (imago/epd)
Der Intendant des Deutschlandradio, Stefan Raue (imago/epd)

Noch hat das Coronavirus die Redaktionen des Deutschlandradio nicht dramatisch getroffen. Doch auch bei uns herrschen inzwischen besondere Arbeitsbedingungen. Auch für den "schlimmsten Krisenfall" sieht Intendant Stefan Raue den Sender gut gerüstet.

Seit Montag läuft auf Deutschlandfunk Kultur ein verändertes Tagesprogramm, um der Lage in Zeiten von Corona noch besser gerecht werden zu können. Intendant Stefan Raue betont, es bleibe bei der grundlegenden Aufgabe des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, Information, Kultur, Unterhaltung im guten Sinne, Anregung, Diskussion und Hintergrundinformation zu liefern:

"Eigentlich müssen wir von unserer Grundbeauftragung nichts ändern", sagt er. Aber in der Krise müssten diese Aufgaben noch profilierter wahrgenommen werden. "Wir müssen auch überlegen, wie wir an die Hörerinnen und Hörer herankommen, die ja jetzt in den meisten Fällen den ganzen Tag zu Hause sind und ein ganz anderes Verhältnis zu ihrem alten Radio bekommen, als das vielleicht noch vor einigen Wochen war."

Drei Standorte für ein Qualitätsprogramm

Das Radio werde gerade in schwierigen Zeiten wie jetzt ein engerer und vertrauterer Wegbegleiter, sagt Raue weiter. "Immer wenn die Menschen sehr verunsichert sind, wollen sie sich austauschen. Es geht nicht nur darum, dass uns Fragen gestellt werden und wir sie beantworten, sondern es geht auch darum, dass wir in Dialog kommen." 

Trotz der Einschränkungen durch die Coronakrise versuche Deutschlandradio ein Qualitätsprogramm zu gewährleisten, so Raue: "Wir haben seit vier Wochen einen Krisenstab, eine Taskforce. Wir haben sehr frühzeitig darauf geachtet, dass möglichst wenige Menschen an einem Ort arbeiten. Und wir haben dafür gesorgt, dass wir verschiedene Ausweichstellen haben." Dazu zählten das Hauptstadtstudio, das Kölner und das Berliner Studio: "Wir werden im schlimmsten Krisenfall versuchen, zwischen den drei Standorten dann ein vernünftiges Programm anzubieten."

Auch seiner Rolle als Förderer von Kultur, insbesondere von Orchestern und Chören, will Deutschlandradio dem Intendanten zufolge weiter nachkommen. Konzerte würden zustande kommen – "aber dann auf dem Weg des Radios" und ab Ende des Monats zum Beispiel aus einer Art Konzertstudio, das in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem eingerichtet werde.

(bth)

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