Deutschland gibt Fragmente des berühmten Wandteppichs nach Bayeux zurück

    Ein Fragment des Teppichs von Bayeux ist im Landesarchiv Schleswig aufgestellt.
    Ein Fragment des Teppichs von Bayeux, das jetzt vom Landesarchiv Schleswig-Holstein zurückgegeben wurde. © picture alliance / dpa / Frank Molter
    Deutschland hat zwei Fragmente des berühmten Wandteppichs von Bayeux an Frankreich zurückgegeben. Die beiden zwischen einem und zwei Zentimeter langen unbestickten Leinenstücke waren 2023 im persönlichen Archiv des 1984 verstorbenen deutschen Textilspezialisten und Museumsleiters Karl Schlabow entdeckt worden, wie das Museum von Bayeux berichtet. Schlabow war während der Nazi-Besatzung im Sommer 1941 mit einer gründlichen Untersuchung des mittelalterlichen Wandteppichs aus besticktem Leinen beauftragt worden. Der Wissenschaftler habe die beiden Fragmente vermutlich damals entnommen und nach Deutschland gebracht, erklärte das Museum. 85 Jahre später wurden sie am Mittwoch vom Direktor des Landesarchivs Schleswig-Holstein, Rainer Hering, in Bayeux übergeben. Der im elften Jahrhundert entstandene rund 70 Meter lange bestickte Wandteppich von Bayeux schildert in einer mittelalterlichen Bildergeschichte die Invasion des Königreichs England durch den Normannenherzog Wilhelm der Eroberer. Diese führte nach der Schlacht von Hastings 1066 zur Herrschaft der Normannen in England.