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Tonart | Beitrag vom 02.11.2015

Deutscher Jazzpreis für Achim Kaufmann"Wahnsinn, fantastisch!"

Achim Kaufmann im Gespräch mit Matthias Wegner

Der Pianist Achim Kaufmann (Peter Ganuskin)
Achim Kaufmann: "Es gibt immer etwas zu entdecken" (Peter Ganuskin)

Der Pianist Achim Kaufmann bekommt den diesjährigen Deutschen Jazzpreis. Endlich mal wieder ein Gewinner, der sein Glück kaum fassen kann.

Seit 1994 wird alle zwei Jahre der Deutsche Jazzpreis verliehen. Der so genannte "Albert Mangelsdorff-Preis" ist in der Regel mit einem Auftritt beim Jazzfest Berlin verbunden. Preisträger in diesem Jahr ist der Pianist Achim Kaufmann, der sich im Interview mit Deutschlandradio Kultur über die Ehre freute: "Wahnsinn, fantastisch!" Der Preis sei eine "unglaubliche Anerkennung" und "etwas ganz Besonderes". Gerechnet habe er damit nicht im Geringsten.

Geboren wurde Kaufmann 1962 in Aachen. Seine Eltern seien Musiker gewesen, berichtet er, durch das Elternhaus schallte jede Menge Klassik. Er selbst erhielt aber erst Mal keine klassische Ausbildung auf einem Instrument – "weil ich da nicht so eine Lust drauf hatte. Es war sowieso überall immer Musik."

Für das Lernen von Noten war Kaufmann nicht geduldig genug

Erst mit 15 Jahren entdeckte er das Musikmachen wirklich für sich selbst und begann zu improvisieren. Noten zu lernen – dafür war er nach eigener Auskunft nicht geduldig genug.

Kaufmann hat nach dem Studium in Köln lange in Amsterdam gelebt und gearbeitet. 2009 zog es ihn nach Berlin. Die Liste seiner Engagements, musikalischen Begegnungen und Projekte ist lang und beweist eine große stilistische Bandbreite. Jazz ist für ihn nicht eine "Musik des Individuums", sondern vor allem auch "Gruppen-Musik". Seit den 60er-Jahren habe sich der Jazz durch das Zusammenspiel unheimlich entwickelt, sagte er.

Je älter er wird, desto freier fühlt er sich an seinem Instrument

Phasen, in denen er "total unzufrieden" war mit seiner Musik, hat es auch gegeben. Aber die waren meist kurz, ausgelöst beispielsweise durch ein "desaströses" Konzert. Je älter er wird, desto freier fühlt sich Kaufmann an seinem Instrument: "Es gibt immer etwas zu entdecken."

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