Deutscher Buchhandlungspreis: Jury will linke Buchläden nicht ersetzen

Die Jury des Deutschen Buchhandlungspreises distanziert sich vom Ausschluss dreier linker Buchläden durch Kulturstaatsminister Weimer wegen "verfassungsschutzrelevanter Erkenntnisse". Man stehe ausdrücklich hinter der Auswahl der insgesamt 118 Buchhandlungen, teilte die Jury mit. Deshalb habe man sich bewusst dazu entschieden, die drei Plätze nicht nachzunominieren. Die Schriftstellervereinigung PEN Deutschland erklärte angesichts des Vorgehens des Kulturstaatsministers, Meinungsfreiheit und -vielfalt umfasse ausdrücklich auch die Freiheit der Buchhändler. Präsident Matthias Politycki warnte wörtlich: "Wehret den Anfängen – ansonsten werden wir im Handumdrehen ‚amerikanische‘ Zustände haben", bei denen die jeweils regierende Partei das kulturelle Angebot kuratiere. Auch internationale Verbänden aus der Buchbranche äußerten sich kritisch: Wie das Branchenportal "Börsenblatt" berichtet, hat sich nach der "European and International Booksellers Federation" nun auch "International Publishers Association" zu Wort gemeldet. Diese äußerte "große Überraschung und Enttäuschung" darüber, dass der Ausschluss "ohne eine detaillierte Begründung" erfolgte. Erst eine solche Begründung würde es möglich machen, Weimers Entscheidung anzufechten.