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Einstand | Beitrag vom 01.03.2021

Deutsche Streicherphilharmonie: Jungmusiker im LockdownMehr Zeit zum Üben?!

Von Ramona Westhof

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Junge Musiker stehen auf einer hell erleuchteten Bühne. (Deutsche Streicherphilharmonie / VdM)
Die Deutsche Streicherphilharmonie spielt sonst auf vielen Bühnen in ganz Deutschland - jetzt aber auch online. (Deutsche Streicherphilharmonie / VdM)

Was macht ein Orchester im Lockdown? In aller Regel kann es natürlich nicht spielen. Die jungen Mitglieder der Deutschen Streicherphilharmonie tun es trotzdem. Und sie nutzen ihre Zeit auf ganz vielfältige Weise: Weiterüben und Erinnern.

"Jetzt spielt man eher so seine eigenen Sachen". Alexander Bergert ist Geiger in der Deutschen Streicherphilharmonie, kurz DSP. Wie seine gut 60 Mitstreiter in diesem jungen Spitzenorchester vermisst er die Probenphasen und die intensiven Begegnungen, die Konzerte und die Tourneen. Und doch kann er die Zeit irgendwie auch gut nutzen.

"Wenn ich sagen soll, wer ich bin, dann sage ich das mit Musik"

Die Musikschulen in ganz Deutschland sind die Heimat der 11- bis 19jährigen Musikerinnen der DSP. Sie gehören zu den Besten ihres Faches. Nach einem harten Auswahlverfahren dürfen sie bis zum Ende der Schulausbildung im Ensemble bleiben. Die DSP trifft sich eigentlich mehrmals jährlich zu intensiven Arbeitsphasen, die Mentoren vom Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin coachen.

Es ist ein "spezieller" Streicherklang, der über Monate und Jahre in unermüdlicher genauer Detailarbeit entsteht und der das Orchester zu einem besonderen in der jungen deutschen Orchesterlandschaft macht.

Kein Stillstand

Die DSP muss derzeit wie viele andere Orchester landauf, landab die künstlerische Arbeit auf Eis legen: keine Proben, keine persönlichen Begegnungen und keine Konzerte. Doch wie halten die DSPler ihr Orchester zusammen? Onlineprojekte zeigen das erstaunliche Niveau des Orchesters!

Die Geiger Alexander Bergert, Magdalena Brouwer und Jeremias Preisler sowie die Cellistin Alma Staemmler erzählen über ihre Zeit im Lockdown, die ihnen Erinnerungen, gemeinsame Onlinetreffen und vor allem die Musik etwas leichter machen. "Der Edward Elgar ist irgendwie so ein schönes Stück", sagt Magdalena, "was einen irgendwie ermutigt, auch in diesen Zeiten, weil es so schön klangvoll ist."

Gründungsfunke

Die Orchestergeschichte geht in die 1970er Jahr zurück. Anlässlich der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten im Jahr 1973 wurde ein junges Festivalorchester gesucht. Das zentrale Jugendstreichorchester der Musikschulen der DDR spielte unter der Leitung von Helmut Koch so überzeugend, dass die Idee eines ständigen Jugendorchesters geboren war.

Unter dem Dach des Rundfunks fand das Ensemble ein neues zu Hause, was es fortan auch im Namen RMO (Rundfunkmusikschulorchester) deutlich machte. Nach dem Fall der Mauer wurde der Verband deutscher Musikschulen der Träger des gesamtdeutschen jungen Ensembles. 

Erfolgreiche Ost-West-Vereinigung

Die Erfolge waren beeindruckend: Festivalauftritte bei den Händelfestspielen in Halle oder bei den Dresdner Musikfestspielen. Helmut Koch folgten nach seinem Tod 1975 Herbert Kegel, Wolf-Dieter Hauschild, Winfried Müller, Max Pommer und Jörg-Peter Weigle am Pult. Später waren es Hanns-Martin Schneidt, Michael Sanderling und seit 2013 ist Wolfgang Hentrich der künstlerische Leiter der DSP. 

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