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Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 15.12.2017

Deutsche BahnKein Tag ohne Panne?

Moderation: Monika van Bebber

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Ein ICE fährt auf der Neubaustrecke München - Berlin. (dpa / Martin Schutt)
Ein ICE fährt auf der Neubaustrecke München - Berlin. (dpa / Martin Schutt)

Es hätte ein so schöner Tag werden können: In Rekordzeit sollte der neue ICE von Berlin nach München rasen. Aber ausgerechnet der Eröffnungszug mit Prominenten und Politikern kam mit erheblicher Verspätung an. Was läuft schief bei der Bahn?

Die Bahn gibt sich einsilbig und verweist darauf, dass man die technischen Probleme lösen werde. Aber längst ist offenkundig, dass mehr als nur die Technik versagt hat. Für die vielen Verspätungen und Pannen im Zugverkehr machen Kritiker die Strukturen der Bahn, die Folgen des misslungenen Börsengangs und eine verfehlte Verkehrspolitik insgesamt verantwortlich.

Wo sind politische, wo sind ökonomische Fehler gemacht worden? Lässt sich diese Bahn noch modernisieren? Oder sollten wir – mit Blick auf andere Länder – nicht eher froh sein, dass sie noch so gut funktioniert?

Darüber diskutieren:

Michael Cramer, Mitglied des Europäischen Parlaments und Verkehrspolitiker der Grünen. Er kritisiert: "Seit Jahren und Jahrzehnten wird zu wenig in die Bahn investiert. So haben wir als vordringliche Verkehrsvorhaben der Bundesregierung 800 Straßenprojekte, aber nur 27 Schienenprojekte. Der ehemalige Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt hat die Straßenmaut gesenkt und Schienenmaut erhöht. Die Politik macht künstlich das umweltfreundliche Bahnfahren teuer und künstlich die klimaschädlichen Straßen- und Luftverkehre billig."

Martin Burkert, Eisenbahner und Vorsitzender im Verkehrsausschuss des Bundestages in der vergangenen Legislaturperiode. Der SPD-Politiker sagt: "Ich spreche mich schon lange dafür aus, dass wir die Mehrwertsteuer für die Bahn abschaffen oder zumindest halbieren. Deutschland ist das einzige Land, in dem von den Schienenverkehrsunternehmen der volle Satz verlangt wird."

Andreas Knie, Mobilitätsforscher am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Er fordert: "Die Bahn darf nicht die Beute des Staates sein. Es darf nicht sein, dass parteipolitische Interessen die Unternehmenspolitik der Bahn bestimmen. Wir brauchen eine unabhängig arbeitende und gut finanzierte Bahn."

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