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Interview / Archiv | Beitrag vom 15.08.2015

Deutsch-amerikanische BeziehungenWissenschaftsdiplomatie als "sanfte Macht"

Robin Mishra im Gespräch mit Ute Welty

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Die Deutsche Botschaft in Washington (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)
Die Deutsche Botschaft in Washington DC verfügt auch über einen Wissenschaftsbereich (picture alliance / dpa / Michael Reynolds)

Wissenschaftsdiplomatie hat einen hohen kulturellen und wirtschaftlichen Wert, sagt Robin Mishra. Er ist der zukünftige Leiter des Wissenschaftsbereichs an der Deutschen Botschaft in Washington. Im deutsch-amerikanischen Verhältnis sei Digitalisierung ein wichtiges Thema.

Der Jurist und Autor Robin Mishra hat fünf Jahre lang als Pressesprecher des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gearbeitet.  Am 1. September wechselt er ins Auswärtige Amt und übernimmt die Leitung des Wissenschaftsbereichs an der Deutschen Botschaft in Washington DC .

Wissenschaftsdiplomatie habe einen hohen kulturellen und wirtschaftlichen Wert, sagte Mishra im Deutschlandradio Kultur. Auf politischer Ebene werde sie allerdings häufig unterschätzt: 

"Wo wirklich harte internationale Konflikte ausgetragen werden, kann sie im Endeffekt nicht mehr helfen. Aber man unterscheidet ja immer zwischen der harten Macht der Außenpolitik, der militärischen, und der sanften Macht. Und diese Wissenschaftsdiplomatie ist Teil dieser sanften Macht. Sie versucht, Vertrauen und Glaubwürdigkeit aufzubauen. Und das ist eigentlich das, worauf es ankommt." 

"Wo kann Deutschland lernen?" 

Die USA gehörten im Bereich der Wissenschaft zu den spannendsten Ländern, meinte Mishra. Seine Aufgabe werde auch darin bestehen, Trends und Innovationen aufzuspüren:

"Vom Silicon Valley, wo eigentlich die digitale Welt von morgen entwickelt wird, bis hin zu anderen Themen - wie etwas Gesundheitsforschung. Und da eben zu gucken: Wo kann Deutschland lernen? Und wo können wir auch Kontakte pflegen, aufbauen und zum Austausch von Wissenschaftlern und ihren Ideen beitragen?"

Gemeinsame Lösung weltweiter Aufgaben

Im deutsch-amerikanischen Verhältnis sei die Digitalisierung ein wichtiges Thema, meinte Mishra. Es gehe aber auch um andere Probleme:

"Es gibt aber Aufgaben, die Deutschland und die USA gemeinsam lösen können, weltweite Aufgaben: Klimawandel, Ernährungsprobleme, Wasserknappheit, Krankheiten, die durch Armut bedingt sind."  

Trotz eines gewissen Konkurrenzverhältnisses gebe es in den USA ein großes Interesse an der deutschen Wissenschaftslandschaft und einen Willen zur Zusammenarbeit:   

"Die Amerikaner sind ja, wie kein anderes Land, offen zur Zusammenarbeit."

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