Der Weg zum inneren Frieden

Die Kunst, sich selbst zu akzeptieren

85:25 Minuten
Hinteransicht eines Mannes, der auf einer Felsküste sitzt und aufs weite Meer hinaus blickt.
"Die aktive Haltung zu sich selbst, raus aus der Opferrolle, hin zur Aktivität" – das möchte Michael Bordt vermitteln. © Unsplash / Clément Falize
Michael Bordt im Gespräch mit Katrin Heise · 01.06.2019
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Wir leben in hektischen Zeiten: Stress an der Arbeit, zu wenig Zeit, das Gefühl, fremdbestimmt zu sein. Aber wissen wir, was wir wirklich wollen? Wie gut kennen wir uns selbst? Wie können wir uns mit unseren Macken, Ängsten und Sehnsüchten aushalten?
"Das größte Hindernis vor der inneren Freiheit sind wir selbst", sagt Prof. Dr. Michael Bordt. Der Jesuit und Philosoph leitet das Institut für Philosophie und Leadership in München und beschäftigt sich seit Jahren mit Fragen der Selbsterkenntnis. "Das bedeutet aber auch: Wir selbst sind es, die den Schlüssel zu einem freien, selbstbestimmten Leben in der Hand haben."
Aber es gebe zu viele Dinge, die uns daran hindern. Viele Menschen schleppten schwere innere Rucksäcke mit sich herum, mit Belastungen, Ängsten, zu hohen Erwartungen – an sich selbst oder jene, die von außen an sie gestellt werden. Sich dieses inneren Ballastes bewusst zu werden, ist für Michael Bordt bereits der erste Schritt: "Sich selbst zu verstehen bedeutet insofern auch, unsere emotionale Geschichte, die auch eine Geschichte unserer Verletzungen ist, zu verstehen. Wir verstehen dann einen wichtigen Teil dessen, wodurch wir so geworden sind, wie wir geworden sind, und warum wir so fühlen, wahrnehmen und reagieren, wie wir es tun."

Raus aus der Opferrolle

Diese Erkenntnisse versucht der Jesuit auch in seinen Seminare für Führungskräfte und angehende Manager zu vermitteln; denn – so seine Überzeugung: "Nur wer sich selbst führen kann, kann andere führen."
Es gehe darum: "Sich selber im Leben zu finden, ein selbstbestimmtes Leben zu führen." Und die große Herausforderung sei: "Mit mir selbst klarzukommen, die aktive Haltung zu sich selbst, raus aus der Opferrolle, hin zur Aktivität – das ist der Schlüssel, den ich vermitteln möchte."

Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen

Dafür brauche es Mut, aber der lohne, auch zum Beispiel, der Mut, sich und andere zu enttäuschen: "Auch, wenn es hart klingen mag: Auf dem Weg zu einem Leben, das besser zu uns passt, werden wir das Risiko eingehen müssen, andere Menschen zu enttäuschen." Zum Beispiel auch die Eltern, wie er in seinem Buch "Die Kunst, die Eltern zu enttäuschen" ausführt.
"Eine Enttäuschung ist wie eine plötzliche Tiefenbohrung in Schichten unserer Seele, die uns im Alltagsbewusstsein oft nicht zugänglich sind. Wir erfahren dadurch etwas Wesentliches über uns. Immer wenn wir enttäuscht werden, können wir sicher sein, dass unsere Wünsche, Bedürfnisse und Sehnsüchte auf den harten Fels der Realität geprallt sind."

Die Kunst, sich selbst zu akzeptieren - darüber spricht Katrin Heise am Samstag, den 01.06.2019, von 9:05 bis 11:00 Uhr mit Michael Bordt. Hörerinnen und Hörer können sich beteiligen unter der Telefonnummer 0800 2254 2254 oder per E-Mail unter gespraech@deutschlandfunkkultur.de.

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