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Länderreport / Archiv | Beitrag vom 12.04.2007

Der Untergang der Gustloff

In Stralsund wird das Drama verfilmt

Von Alexa Hennings

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Mittelalterliche Giebelhäuser am Alten Markt in Stralsund (AP Archiv)
Mittelalterliche Giebelhäuser am Alten Markt in Stralsund (AP Archiv)

Nach dem Film-Untergang von Dresden und Hitler rollt schon die nächste Produktion des erfolgreichen Formats an: Mitte März begannen im Hafen von Stralsund die Dreharbeiten zu "Der Hafen der Hoffnung - Die letzte Fahrt der Wilhelm Gustloff".

Ein steifer Nordwind weht über das Hafengelände und treibt den Regen fast waagerecht vor sich her. Die Planen, über Wagen und Fahrzeuge gespannt, plustern sich auf und werden hin- und hergerissen. Szenenbildner Lothar Holler steht mit wehendem Grauhaar im Sturm und zeigt auf die graue Pappwand, die die Gustloff darstellen soll.

"Wir kämpfen hier gegen’s Wetter. Wir haben eigentlich gedacht, hier ist Frost. Dann kam aber erst drei Wochen Regen, dann weichte die ganze Bordwand auf, wir haben es erst mal befestigt. Und jetzt haben wir wieder mit Wind zu tun. Das war recht heftig, Hochwasser ist jetzt gerade, nicht mehr viel, dann schwappt det über! Gebaut wurde so fünf Wochen, zeitweilig mit 40 Leuten, die wurden immer mal ausgetauscht. Etwa 30 Tonen Stahl wurden dort verbaut an der Schiffswand, damit das Ding steht. Die ganze Schiffswand schwimmt auch, wir können das Ablegen zeigen und wir werden dort heute Nacht einige Stunts vollführen."

Man braucht wirklich sehr viel Phantasie, um sich aus der viereckigen Pappwand in Gedanken ein ganzes Schiff zu zaubern. Wird nachher "allet digital hochjepuscht", versichert der Berliner Szenenbildner. Der Rest der Dekoration um ihn herum dafür sieht sehr echt aus: Planwagen, Motorräder, Pferdewagen, Fahrräder, Kinderwagen – allein der Fuhrpark nimmt einen mit auf eine Zeitreise bis ins Jahr 1945.

Der Aufwand, dies alles zu bauen oder zu besorgen, ist enorm. Bei diesem Film werden keine Kosten gescheut: Zehn Millionen Euro stehen Regisseur Joseph Vilsmaier zur Verfügung. Damit ist der ZDF-Zweiteiler unter dem Arbeitstitel "Hafen der Hoffnung – die letzte Fahrt der Wilhelm Gustloff" die bisher teuerste UFA-Produktion. Die "Gustloff" war ein ehemaliges Urlauberschiff, das Traumschiff der 30er Jahre, das für das nationalsozialistische Ferienprogramm "Kraft-durch-Freude" fuhr. Im Krieg diente es als Flüchtlingsschiff auf der Ostsee. Im Januar 1945 legte die Gustloff, mit rund 9500 Flüchtlingen und 1000 U-Boot-Soldaten beladen, in Gotenhafen – heute Gdynia – zu ihrer letzten Fahrt ab. Diese Szenen wurden im Stralsunder Hafen nachgestellt – am ersten von insgesamt sieben Drehorten des Films.

Vilsmaier: "Okay. Ruhe bitte! Oben nicht rumlaufen! Und – warte mal, warte mal ..."

Heute ist ein Innendreh angesagt – bei dem Wetter ist das auch angebracht. In einem alten Stralsunder Speicher nimmt Joseph Vilsmaier eine Szene auf, die sich unter den wartenden Flüchtlingen abspielt.

"...ja, fertig. Ton ab! Läuft ... Und bitte ... aus ..."

Die Schauspielerin Dana Vavrova als Flüchtlingsfrau Lilli fleht bei einer hartherzigen Chefin der Marinehelferinnen um Hilfe. Bei diesem Film, so erzählt die Schauspielerin in einer kurzen Drehpause der versammelten Presse, stößt man an seine Grenzen.

"Gerade was wir heute gedreht haben, das ist schon eine sehr tragische Geschichte. Ein Kind zu verlieren, das einem auf dem Flüchtlingsschiff erfriert und dann diese Leiche behalten zu wollen, das spielen wir den ganzen Vormittag. Und den ganzen Vormittag fließen die Tränen. Es ist so rührend, und ich frage mich immer: Warum tun Menschen sich Kriege an? Es trifft sie ja alle, und es gibt keine Sieger."

Neben Dana Vavrova in der abgerissenen Kleidung mit wollenem Kopftuch und dicken, braunen Strümpfen sitzt Kai Wiesinger in einer adretten, dunkelblauen Marine-Uniform. Er spielt den Zivilkapitän der Gustloff, Hellmut Kehding, die Hauptfigur des Films.

"Das hier ist schon psychisch wirklich anstrengend und darstellerisch eine Herausforderung: Dem das zu geben, was in diesem großartigen Buch und in dieser unglaublich dramatischen Geschichte angelegt ist. Dazu kommen die Stunts, und ich wurde heute schon gefragt, ob ich denn ein Double in Malta habe. Weil, wenn wir dann in diese Wassertanks reingehen – die einen haben gesagt ja, die anderen nein – weil, das ist schon gruselig, muß ich schon sagen. Man kommt mit diesen Klamotten in ein Becken rein wo – stimmt doch, was ich sage? – wo irrsinnige Strudel erzeugt werden, die einen nach unten ziehen. Und ich hoffe immer, dass die den Knopf finden, wo man das ausmacht! Also, da kommen schon Tage, wo ich gespannt bin!"

Die Untergangsszenen, die in Malta gedreht werden, im einzigen Unterwasserstudio in Europa, flößen dem Hauptdarsteller schon jetzt Respekt ein. Obwohl er sich natürlich darauf verlassen kann, daß da jemand den "Knopf zum Ausmachen" findet. Der wirkliche Kapitän mußte ohne diesen Knopf auskommen: Von einem sowjetischen U-Boot getroffen, versank die Gustloff am 30. Januar 1945 in der Ostsee und riß 9445 der rund 10 500 Passagiere in den Tod, die meisten von ihnen Frauen und Kinder. 4000 Kinder starben.

Auch dieser Film bestätigt nach Produktionen wie "Dresden" oder "Die Flucht" einen Trend: Deutsche Leiden während des Zweiten Weltkrieges sind in der aktuellen TV-Fiction angekommen. Deutsche Opfer dürfen auch Opfer sein. Ein Balanceakt der Political Correctness, den im Falle der Gustloff-Geschichte Drehbuchautor Rainer Berg zu bewältigen hatte.

"Diese Geschichte, wie wir sie erzählen, ist die Geschichte einer hausgemachten deutschen Katastrophe. Es geht nicht um irgendeine Schuld von russischer Seite, die da die armen Deutschen abgeschossen haben. Wir erzählen diesen Untergang als Sinnbild für den Untergang des ganzen Nazi-Regimes. Wie 10.000 Menschen, stellvertretend für ihr Volk – daß es eben die kleinen Leute, die falschen Idealen nachgerannt sind und die Hölle ausgelöst haben für die Völker der Welt, wie die am Ende in dieser Hölle selber zugrunde gehen. Das ist ja das, was passiert ist. Von daher ist ja die Opferrolle sehr ambivalent zu sehen - historisch zu sehen. Und das ist das Entscheidende: Die Opfer, die wir hier sehen, sind Opfer ihres selbstgemachten Schicksals."

So sieht es auch eines der Opfer selbst: Heinz Schön, einer der wenigen Überlebenden der größten Schiffskatastrophe der Geschichte. Der heute 81-Jährige fuhr 1945 als Zahlmeisterassistent auf der Gustloff.

"Die Gustloff fuhr bewaffnet, das muß man ganz deutlich sagen. Also, die Gustloff war kein Kriegsverbrechen – für mich jedenfalls. Denn die Gustloff war nicht Rotes-Kreuz-Schiff, kein Lazarettschiff. Sie fuhr abgeblendet in Kriegsgewässern, auf einer Fahrtroute, die nur Kriegsschiffe benutzten. Und sie hatte 1000 U-Boot-Leute an Bord – was man ja auch sehen muß, vom Gegner her gesehen. Der Marineskow, der U-Boot-Kommandant, der uns versenkt hat, hat, der hat ja dann auch immer gesagt: ich habe 50 U-Boot-Besatzungen versenkt. Das war seine Heldentat, aus seiner Sicht."

Heinz Schön ist bei den Dreharbeiten dabei, denn er arbeitet am Gustloff-Film als Fachberater mit – so wie er es schon 1959 bei dem Film "Nacht fiel über Gotenhafen" tat, dem ersten Versuch, die Geschichte zu beschreiben. Auch Günter Grass recherchierte für seinen Roman "Im Krebsgang", der die Schiffs-Katastrophe zum Thema hat, in dem umfangreichen Archiv von Heinz Schön. Auch in seinen eigenen mehr als 20 Büchern zum Thema Flucht und natürlich zum Thema Gustloff hat sich der ehemalige Herforder Verkehrsdirektor immer um eine objektive Sicht bemüht.

"”Solche Dinge kann man ja nur objektiv betrachten, nicht nur aus der Sicht eines Überlebenden oder Opfern, die dann sagen: Ja, wie kann ein Mann ein Schiff versenken mit 10.000 Flüchtlingen? Der Krieg war schuld, nicht der einzelne Mensch. Und einen U-Boot-Kommandanten zum Schuldigen zu machen, halte ich nicht für gut. Was ich aber nicht verstehe ist, daß man noch 35 Jahre nach dem Tod von Marineskow ihn zum Helden der Sowjetunion gemacht hat – das war ja die letzte Amtshandlung von Gorbatschow. Das halte ich nicht für gut.

Und dass man jetzt in Berlin die neue Fluglinie Berlin-Königsberg, daß man dem ersten Flugzeug den Namen gegeben hat ‚Kapitän Marineskow’, halte ich noch für eine Methode der Propaganda der Stalinzeit. Ich lehne das völlig ab und habe auch sofort protestiert über den Bundesverteidigungsminister. Aber eine Antwort ist nicht eingegangen. Das würde wohl wahrscheinlich das deutsch-sowjetische Verhältnis stören.""

Das Thema Gustloff sorgt bis heute für Empfindlichkeiten. Und das zeigt: Bewältigt ist es noch lange nicht. Was kann ein Film aus deutscher Sicht dazu wohl leisten? Der Überlebende der Katastrophe muß nicht lange überlegen.

"Ich halte es für wichtig, daß solche Filme produziert werden, die auch der Jugend zeigen, wohin Krieg führt. Dass es im 20. oder im 21. Jahrhundert nicht mehr ein Krieg der Männer ist, sondern die Entfesselung der Hölle gegen Frauen und Kinder. Und das zeigt sich bei diesem Film."

Die Eindrücke, die Heinz Schön auf der letzten Fahrt der Gustloff bekam, brannten sich ihm ein. Und viele seiner Erlebnisse werden sich so oder ähnlich in dem Film wiederfinden.

"Ich habe gedacht: Bleibst du auf dem Schiff, bis es kentert. Ich habe mich dann zunächst an den Aufbauten festgehalten, weil die Schlagseite so stark war, daß man gehen gar nicht mehr konnte. Ich habe mich dann an den Aufbauten festgehalten, und neben mir hing ein Mann in Parteiuniform – den einzigen, den ich überhaupt in Parteiuniform gesehen habe. Und daneben zwei Kinder und eine Frau, seine Frau. Und die Frau schrie ihm dann immer zu: Mach ein Ende mit uns!

Und er nahm dann seine Pistole, hielt sich mit der einen Hand fest, mit der anderen erschoß er seine zwei Kinder und dann seine Frau. Und die rollten ans Deck und über das vereiste Deck ins Wasser. Und dann setzte er die Pistole an die eigene Schläfe - und hatte er keine Patrone mehr. Und er schrie mich an: Gib mir deine Pistole! Und ich schrie zurück: Ich habe keine! Und dann ließ er die Hand los und rutschte seiner toten Familie nach. Das war für mich ein Schockerlebnis, weil ich dachte: Um nicht zu ertrinken gibt es nur die Möglichkeit, sich umzubringen."

Heinz Schön wurde von einer Welle erfaßt und in die eisige Ostsee gerissen. Ein Rettungsfloß, das dort trieb, nahm ihn an Bord. Nach der Gustloff-Katastrophe fuhr Heinz Schön dann noch elf Mal über die Ostsee, um tausenden Flüchtlingen zu helfen, dem Krieg zu entkommen. Die Dreharbeiten sind besonders für ihn, der alles miterlebte, eine aufwühlende Zeitreise.

"Das, was ich jetzt hier gesehen habe, kommt der Wirklichkeit sehr nahe. Es ist ja nicht so einfach, eine solche Katastrophe, ein solches Geschehen in einem Hafen der Hoffnung dazustellen. Ich habe mich gewundert, wie die Komparsen, die ja hier aus dieser Gegend stammen, sich bewegt haben und sich doch das Thema zu Herzen genommen haben. Daß sie etwas gelesen haben, daß sie wissen, was auf der Gustloff passiert ist und was überhaupt Flucht bedeutet. Die heutige Generation weiß ja überhaupt nicht: Was ist Flucht, was bedeutet das?"

Am Drehort räumt inzwischen die Hafenbahn mit einem großen Schieber die Reste des schmutzigen Kunstschnees weg. Ein silberner Audi hält, und ihm entsteigt ein Schauspieler in Wehrmachtsoffiziersuniform. Ein surreales Bild. Der Mann verschwindet im Speicher. Am Eingang stehen zwei junge Frauen um die 20 und machen eine Raucherpause. Ihr Haar ist zu einer Tolle geformt, ihre Uniform - Rock, Jacke und Käppi - ist mausgrau. Es sind Komparsinnen aus Stralsund.

"Ich spiele eine Marinehelferin. – Was waren das für welche? - Die haben den Soldaten geholfen, und uns wurde gesagt, daß die den Flüchtlingen ein bißchen geholfen haben. - Wir mußten die Bordkarten austeilen, und wenn Tumulte sind, da ein bißchen Ruhe reinbringen. Das haben wir jetzt gespielt. Also, wirklich was erzählt haben sie uns nichts. Ich wollte das auch immer noch mal nachlesen!"

Bisher war das Thema Flucht und Vertreibung für die Sabine Harz und Romy Stieve weit weg. Sie haben auch in ihrer Familie nie richtig nachgefragt, gibt Romy zu, deren Großmutter aus Stettin stammt.

"Wenn ich meine Omi wiedersehe, dann werden wir bestimmt darüber sprechen. Sie wird ja bestimmt viel darüber wissen, mehr als wir hier."

Die beiden jungen Frauen huschen wieder in den Speicher hinein. Der Dreh geht weiter. Die Türen sind fest verschlossen. Nichts zu schauen heute für die Stralsunder Zaungäste. Peter Sobottka hat im Trockenen Stellung bezogen. An den anderen Drehtagen stand er immer am Zaun und filmte mit seiner kleinen Kamera eifrig mit.

"Also wir sitzen hier am Hanse-Kai im Hotel Stralsunder, weil es draußen regnet und so starker Wind ist, und gucken auf die Lotsenwache. Und diese Lotsenwache ist umgebaut zu einer Flakstellung, weil sie so ein typisch altes Gebäude ist. Und da oben wehte eine Flagge der Kriegsmarine, genannt auch Reichskriegsflagge – muß man ja nun so sagen. Und auf den Schiffen auch. Und die Szenen wechselten von der einen Seite über die Brücke, da war dann so ein abgesperrtes Hafengelände, wo die gedrängt reinkamen und sich zum Schiff drängten. Gestern stand in unsere Zeitung: Die haben gut gedrängelt, die Stralsunder, die kennen das Drängeln noch – lacht – kann man ja so sagen! Also, die brauchten gar nicht aufgefordert zu werden, doll zu drängeln, die hatten das so drauf und drin!"

Peter Sobottka war ein Junge, als er das Kriegsende in Stralsund erlebte. Die Filmszenen, die er bei den Gustloff-Dreharbeiten beobachtete, schienen ihm manchmal Szenen aus seinem Leben zu sein. Vor allem die Bauernwagen mit dem vielen Gepäck und den Planen, die alten Kinderwagen und die Bekleidung der Flüchtlinge, besonders die der Kinder, riefen Erinnerungen wach.

"Kindergartenkinder, Schulkinder und auch noch so 14- bis 16-Jährige waren dabei. Und alle in den Sachen, die man damals tragen mußte. Zum Beispiel – ich war damals ja auch Kind, und ich sollte immer diese Strümpfe tragen mit dem Strumpfband, die Jungs trugen ja damals auch Strumpfband und Leibchen. Aber ich habe mich immer versucht zu wehren, aber so was hatten die alles an. Da kann ich mich genau entsinnen, ich wollte die immer nicht anziehen, da war hier oben immer noch ein Ende frei, das war auch kalt denn irgendwie, ja."

Stralsund wurde als Drehort ausgewählt, weil der Hafen mit seinen zwei Landungsbrücken, der Brücke dazwischen und den alten Bahngleisen der damaligen Hafensituation von Gotenhafen am nächsten kam. Stralsund wurde nicht ausgewählt, weil die Gustloff-Geschichte in einer Beziehung zum Ort steht. Wegen des geringen Tiefgangs konnten hier nie große Schiffe anlegen. Oderkähne brachten Flüchtlinge aus dem Stettiner Haff nach Stralsund. Die meisten kamen mit Trecks an, erinnert sich Erhard Volksdorf, der als Jugendlicher noch mit helfen mußte, einen Panzergraben um die Stadt zu bauen.

"Hier kamen ja Trecks an – das ging laufend, schon seit Januar 45. Und die anderen, die haben sie auf Güterwaggons, auf offenen Güterwaggons gehabt. Manchmal war noch Kohle drauf, und da haben die drauf gesessen. Die sind ja durchgefroren und krank geworden und all so was. Also, das war ein Elend, das ist unbeschreiblich. Das kann kein anderer normaler Mensch – wenn ich unseren Kindern das erzählt habe, das wollten die gar nicht mehr wissen. Die wollen heute nichts mehr wissen."

Dass überhaupt wieder über das Thema Flucht gesprochen wird, ob in den Familien, in Büchern oder eben in Filmen, finden die beiden alten Stralsunder Lokführer gut.

"Ja, ich finde, das ist jetzt ein bißchen natürlicher. Das andere war bloß immer Augenwischerei gewesen. Denn geflüchtet sind alle. Die sind nicht ‚umgesiedelt’ worden. Quatsch ist das. Das haben wir damals schon gewußt – aber das war eben die Zeit, wo sie das nicht hören wollten."

Sobottka: "Die Geschichte der deutschen Um ... – äh –Flüchtlinge die ist unter die Decke gekehrt worden. Weil die Deutschen sagten: Das ist vielleicht die Strafe dafür. Aber das ist die Geschichte, und das muß auch aufgearbeitet werden. Die sind eben genauso Opfer – Opfer eines Krieges."

Vilsmaier: "... So, Probe – und: Bitte! ..."

Im Hafenspeicher läuft zum wiederholten Male die Nazifrau an der Flüchtlingsfrau vorbei. Wieder springt die auf und fleht um Hilfe. Regisseur Vilsmaier nimmt es sehr genau. Alles muß stimmen. Peter Sobottka hätte seine Freude daran.

"Ich finde, daß das sehr gut aufgearbeitet wird. Und wenn sich hier soviel Mühe damit gegeben wird, das ist sehr gut!"

Vilsmaier: "... aus, aus! Is scho aus?"

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