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Studio 9 - Der Tag mit ... | Beitrag vom 05.11.2018

Der Tag mit Stefan GosepathWohlfeile Empörung im Fall Maaßen?

Moderation: Anke Schaefer

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Der Philosoph und Autor Stefan Gosepath. (imago / Horst Galuschka)
Der Philosoph und Autor Stefan Gosepath. (imago / Horst Galuschka)

Die Entwicklung im Fall Maaßen sei "an Absurdität nicht zu überbieten", sagt der CDU-Politiker Laschet. Hat er Recht oder ist die Empörung nicht auch wohlfeil? Außerdem: Die AfD und ihr Umgang mit Worten und Medien, Antisemitismus in Deutschland und die CDU-Suche nach der besten Führungsfigur.

Der "Fall Maaßen" galt bereits als abgeschlossen, so meinte man. Doch am Wochenende gab es eine weitere Entwicklung: Der Verfassungsschutz-Chef soll in einer Abschiedsrede, die der 55-Jährige im Oktober bei einem Treffen der Chefs der europäischen Inlandsgeheimdienste gehalten habe, massive Kritik an der SPD geäußert haben. Nach Informationen der Nachrichtenagentur AFP soll Maaßen das Bild einer Verschwörung gegen seine Person gezeichnet haben.

Linksradikale Kräfte innerhalb der SPD hätten ihn als Vehikel nutzen wollen, um die unter den Sozialdemokraten umstrittene große Koalition zu beenden, soll Maaßen laut AFP argumentiert haben. Dabei seien die Sozialdemokraten von Grünen, Linken und Teilen der Medien unterstützt worden.

Die mutmaßlichen Redeäußerungen wurden von vielen massiv kritisiert. So sagte beispielsweise CDU-Vize Armin Laschet dem ZDF, der Fall Maaßen sei "an Absurdität nicht zu überbieten". Wenn von Maaßens Seite "jetzt noch nachgekartet wird, glaube ich, dass der Bundesinnenminister sicher über Konsequenzen nachdenkt".

Der Grünen-Abgeordnete Konstantin von Notz beantragte inzwischen eine Sitzung des für die Geheimdienste zuständigen Parlamentarischen Kontrollgremiums bis Mitte der Woche. Außerdem beantragte die Grünen-Bundestagsfraktion, dass sich Innenminister Seehofer am Mittwoch vor dem Innenausschusses zu dem Fall Maaßen erklären solle.

Doch ist die Empörung gerechtfertigt oder nur wohlfeil? Das diskutieren wir mit dem Philosophie-Professor Stefan Gosepath. Außerdem fragen wir ihn: Wieviel Meinungspluralität können wir in Institutionen ertragen?

Stefan Gosepath lehrt am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Gerechtigkeit, Gleichheit, Menschenrechte, Verantwortung, Demokratie, Theorien der Vernunft und Rationalität, Moralphilosophie, Ethik und Handlungstheorie. Zuletzt war er Visiting Scholar am Department of Philosophy der New York University und der Columbia University.

 

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