Der künstliche Berg ruft

Kletterhalle in Berlin. Bouldern fördert die Koordination und die Beweglichkeit. © picture alliance / dpa Foto: Hans Wiedl
Von Anja Schrum · 25.11.2012
Wenn der Großstädter nicht zum Berg geht, holt er ihn sich einfach vor die Haustür. Immer mehr Laien und Profis finden Gefallen am Indoorklettern in Hallen. Zudem ist Bouldern ein Sport, den auch körperlich eingeschränkte Menschen betreiben können.
Vorsichtig tastet sich der Fuß vor, die Finger suchen Halt an einem blauen Plastikwulst, Meter für Meter geht es die senkrechte Wand nach oben. Fast bis unters Hallendach. Magic Mountain, Ostbloc oder Bronx Rock heißen die künstlichen Kraxelparadiese. Hier frönen nicht nur passionierte Bergsteiger unabhängig von Wind und Wetter dem Höhenrausch. Kletterhallen sind mittlerweile ein beliebtes Freizeit-Vergnügen für Kindergeburtstage und Schulklassen. Indoorklettern oder Bouldern ist Trendsport - zumindest in den Großstädten.

Aber es wird auch therapeutisch eingesetzt. MS on the Rocks heißt eine Klettergruppe, deren Mitglieder teilweise im Rollstuhl sitzen. Was sie nicht davon abhält, 13 Meter hohe Kunstgipfel zu erklimmen, denn Klettern hilft, die Koordination zu verbessern, das Gleichgewicht zu schulen und die Muskulatur zu kräftigen. Es fördert aber auch die Konzentration, weshalb etwa Kindern mit ADHS, dem sogenannten Zappelphilipp-Syndrom, therapeutisches Klettern verordnet wird.

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