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Neue Musik | Beitrag vom 04.08.2020

Der Komponist István Zelenka Eine Einladung, sich zu beschäftigen

Von Philipp Quiring

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Eine Performerin sitzt im hellen Lichtkegel einer dunklen Bühne auf einem Stuhl und streckt die Füße (Norma Mack)
István Zelenka: 1 Beinwerk (1999) für Solo Performer uraufgeführt von Steffi Weismann, maulwerker performing music – Poeme für Füße, Tesla Berlin 2005 (Norma Mack)

Der Frage nach Klang und Geräusch ordnet der ungarisch-schweizerische Komponist und Performer István Zelenka lediglich eine sekundäre Rolle zu. Vielmehr ist sein Anliegen, Menschen anzuregen, sich mit seinen Kompositionen zu "beschäftigen".

Uninteressante Dinge gibt es bei István Zelenka nicht. Seine konzeptuellen Stücke lassen den Hörer verblüfft zurück.

Universal denkender Musiker

Zelenkas Kompositionen bestehen aus Sammlungen, Listen, Haufen, Alphabeten. Ausgehend vom gesprochenem und geschriebenem Wort wird der Rezipient in gewisser Weise zugleich Ausführender, angehalten sich so zu verhalten, dass möglichst viele neue Möglichkeiten und Fragen entstehen - ganz in der Tradition John Cages.

So entsteht ein immer fort dauernder Prozess, bei dem die hierarchische Ordnung und Rollenverteilung zwischen Komponist, Ausführendem und Rezipient außer Kraft gesetzt sind.


Eine Einladung, sich zu beschäftigen
Der ungarisch-schweizerische Komponist István Zelenka (*1936)
Von Philipp Quiring

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