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Neue Musik | Beitrag vom 24.09.2019

Der Komponist Gerhard StäblerDenken, das hört

Von Florian Neuner

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Der Komponist Gerhard Stäbler (Hartmut Bühler)
Der Komponist Gerhard Stäbler (Hartmut Bühler)

Er ist vielseitig wie nur wenige. Gerhard Stäbler tritt als Performancekünstler in aller Welt auf, unterrichtet, konzipiert Konzertreihen und betreibt mit dem EarPort in Duisburg ein experimentelles Begegnungszentrum der Künste.

Der Schüler von Nicolaus A. Huber und Gerd Zacher ist seit Jahrzehnten im Ruhrgebiet und im Rheinland tätig, hat dort u. a. die Aktive Musik-Festivals konzipiert und die neue Musik in die postindustriellen Räume des Reviers getragen.

Seine Musik ist von gesellschaftlichem Engagement grundiert, trat zeitweise auch ganz dahinter zurück. Gerhard Stäbler arbeitet an "kompositorischen Systemen, die allegorisch auf eine Veränderung des Bestehenden zielen" und betrachtet Komponieren als "Metapher beständiger Veränderung".

Das Offene, Unsichere, Ungeklärte genießen

Stäblers Œuvre umfasst Musiktheater wie "CassandraComple" nach Christa Wolf oder "The Colour" nach H. P. Lovecraft ebenso wie Orchesterwerke, Kammermusik und Werke für Soloinstrumente. Gemeinsam mit seinem Lebenspartner Kunsu Shim entwickelte er zudem das Konzept der "PerformanceMusik" und tritt selbst als Performer auf.

Im EarPort im Duisburger Innenhafen, den Stäbler und Kunsu Shim – mit einer Unterbrechung – seit 2000 betreiben, laufen alle Fäden zusammen: hier wird Vermittlungsarbeit betrieben, und es kommt zu grenzüberschreitenden Begegnungen der Künste.

Hier geht es zur Playlist der Sendung

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