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Konzert / Archiv | Beitrag vom 22.05.2013

Der große Richard W.

Ein satirischer (Rück-)Blick

Männergestalten aus Wagner-Opern. Wotan. Liebig Sammelbild 1906 (Münchner Stadtmuseum)
Männergestalten aus Wagner-Opern. Wotan. Liebig Sammelbild 1906 (Münchner Stadtmuseum)

"Ist Wagner überhaupt ein Mensch? Ist er nicht eher eine Krankheit?" - So entrüstete sich der Ex-Wagnerianer Friedrich Nietzsche über den "verehrten und geliebten Meister" von einst. Wagner mache "alles krank", woran er rühre. Seine Verführungskraft steige ins Ungeheure, "es qualmt um ihn von Weihrauch. ... Ich habe Lust, die Fenster aufzumachen. Luft! Mehr Luft."

Die Befürchtung vom Komponisten der "unendlichen Melodie" regelrecht erdrückt zu werden, haben Wagner-Freunde wie Wagner-Feinde aufs Schönste inspiriert - zu geistreichen Kommentaren und Werkanalysen, zu wütenden Tiraden und spöttischen Versen.

So entstanden im Laufe der letzten 150 Jahre unzählige Opern-Parodien, Persiflagen, Travestien und Farcen frei nach der Devise aus den "Lustige(n) Nibelungen" von Oscar Straus: "Von vorne, von vorne, / da ist er ganz von Horne. - Von hinten von hinten / kann man ihn überwinden."
Ein Geburtstagsgruß auf Menippeische Art.


"Wo Wesendoncks Schatten, und Wühlows Dir wehn,
wirst wirkender Weber wohl wankend vergehn!"

(Leipziger Flugblatt, um 1869)

Ein satirischer (Rück-)Blick auf den großen Richard W.

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