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Konzert / Archiv | Beitrag vom 04.06.2020

Der Dresdner KammerchorEin romantischer Chorabend als Ausflug in die Natur

Moderation: Ruth Jarre

Im Vordergrund ist eine schwarz gekleidete Sängerin zu sehen, die in einer dunklen Kirchenbank steht. (Dresdner Kammerchor / Agnes Böhm   )
Neue Anordnung zum Singen: Kreisrund haben sich die Mitglieder des Dresdner Kammerchores im Kirchenraum aufgestellt. (Dresdner Kammerchor / Agnes Böhm )

Nach zehn Wochen Zwangspause haben sich Sängerinnen und Sänger des Dresdner Kammerchors nun für ein Radiokonzert wieder getroffen. In der Dresdner Annenkirche sangen sie Werke der dem Wald zutiefst verbundenen Romantik.

Ein Experiment war es für den Dresdner Kammerchor und dessen Dirigenten Hans-Christoph Rademann. Und auch eine Wohltat. Denn das Experiment ist durchaus gelungen.

Nach zweieinhalb Monaten ohne eine einzige Probe, geschweige denn ein Konzert, kamen 14 Mitglieder des Chores unter Leitung von Rademann für eine Konzertaufnahme ohne Publikum wieder zusammen.

Singen mit Abstand

Die Dresdner Annenkirche bietet genügend Platz, um die strengen Auflagen zu befolgen. Zunächst war ein Abstand von vier Metern zwischen den Sängern gefordert, aktuell sind es drei Meter. Immer noch sehr weit entfernt, ein Chorklanggefühl kommt beim Singen nicht auf. Und auch für den Dirigenten, in der Mitte der im Kreis aufgestellten Sänger, herrschen erschwerte Bedingungen.

Einige Menschen stehen in den leeren, dunklen Bänken einer Kirche, ihrem Dirigenten zugewandt. (Dresdner Kammerchor / Agnes Böhm                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                             )Der Dresdner Kammerchor hat sich weit im Kirchenraum verteilt. (Dresdner Kammerchor / Agnes Böhm )

"In der Natur", so war das Konzert überschrieben: mit Werken von Mendelssohn Bartholdy, Brahms, Krenek und Dvořák. Bekanntes, wie Mendelssohns "Abschied vom Walde" war darunter, aber auch Unbekanntes und sehr selten zu Hörendes wie die beiden Chorzyklen von Ernst Krenek und Antonín Dvořák.

Eigentlich sollte das Programm mit 34 Sängern im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele 2020 präsentiert werden. Nach den zahlreichen Absagen in der Saison bekommt die Thematik, unter die die Musik hier gestellt wurde, einen durchaus erweiterten Hintergrund.

Hinter einem Notenpult sieht man einen Mann in schwarzer Kleidung, der dirigiert. (Dresdner Kammerchor / Agnes Böhm                                                                                                                                                                                                                                       )Hans-Christoph Rademann in der Annenkirche in Dresden. (Dresdner Kammerchor / Agnes Böhm )

In der Natur waren sicherlich zuletzt viele Menschen viel häufiger als normalerweise. Vielleicht fällt es auch dem einen oder der anderen inzwischen leichter als vorher, hinter die Buchstaben und Töne zu blicken.

Denn, so meint Rademann: "Der Wald ist viel mehr als nur ein Wald. Man kann sich dort finden, wenn man sein Unterbewusstes erkannt hat".


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Aufzeichnung des Konzertes vom 30. Mai 2020 in der Annenkirche Dresden

"In der Natur"

Felix Mendelssohn Bartholdy
Sechs Lieder im Freien zu singen op. 59

Ernst Krenek
"Die Jahreszeiten" op. 35

Johannes Brahms
Fünf Gesänge op. 104

Antonín Dvořák
"In der Natur", Fünf Chorlieder op. 63 (nach Gedichten von Vítězslav Hálek)

Dresdner Kammerchor
Leitung: Hans-Christoph Rademann

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