Der Computer als Broker

In Tausendsteln von Sekunden spüren Hochleistungsrechner Handelsvorteile auf. © AP
Von Agnes Handwerk · 12.05.2011
Die Automatisierung der Finanzindustrie expandiert: Am 23. Mai 2011 stellt die Frankfurter Börse den klassischen Parketthandel auf den elektronischen Handel um. Aber die Entwicklung geht noch weiter – mit dem sogenannten Hochfrequenzhandel.
Hochleistungsrechner spüren in Tausendsteln von Sekunden Handelsvorteile auf, leiten aus Börseninformationen selbstständig Entscheidungen ab und generieren daraus Gewinn. Informatiker, Physiker und Mathematiker feilen an diesen perfekten Algorithmen für den Börsenhandel. Die Schnelligkeit der Programme übersteigt dabei die menschliche Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit um ein Vielfaches. Wie diese Programme im Ernstfall miteinander interagieren, wissen jedoch weder Anwender noch Entwickler.

Ein Flash-Crash hat vor einem Jahr das Finanzsystem beinahe zum Kollabieren gebracht. Die Bundesbank drängt daher auf einen Verhaltenskodex, der den Hochfrequenzhandel begrenzen soll. Doch die Gewinne im Hochfrequenzhandel sind so hoch, dass Banken und Hedgefonds technisch weiter aufrüsten - mit allen Risiken.

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