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Tonart | Beitrag vom 09.09.2020

Demonstration "Alarmstufe Rot"Die Veranstaltungsbranche bangt ums Überleben

Tom Koperek im Gespräch mit Mathias Mauersberger

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Demonstranten tragen ein Transparent mit der Aufschrift: "Hilfe für die Veranstaltungswirtschaft! #Wirfüreuch" (Imago / Michael Schick)
Die Corona-Pandemie hat vor allem die Veranstaltungsbranche hart getroffen. Demonstrationen unter dem Motto "Alarmstufe Rot" sollen auf die Situation aufmerksam machen. (Imago / Michael Schick)

Unsichere Zeiten für die Eventwirtschaft: Bis zum Jahresende sind Großveranstaltungen wegen der Coronapandemie untersagt. Doch ohne Konzerte, Festivals oder Messen stehen viele Firmen vor dem Aus, warnt Demo-Initiator Tom Koperek.

Die Coronapandemie trifft die Veranstaltungsbranche hart. Seit März fehlten seiner Firma 95 Prozent des Umsatzes, berichtet Tom Koperek. Alle Mitarbeiter seiner Agentur für Live-Events in Essen sind in Kurzarbeit, da es quasi keine Arbeit mehr für sie gebe. Für viele Unternehmen der Branche bedeute dies die Insolvenz. Koperek kennt einige Firmen, die bereits schließen mussten.

Sechstgrößter Wirtschaftszweig

Deswegen rufen Vertreter des Veranstaltungsgewerbes am Mittwoch zur Demonstration "Alarmstufe Rot" in Berlin auf, Koperek ist einer der Initiatoren. Zu den Kernforderungen zähle ein direkter Ansprechpartner für den Wirtschaftszweig, so wie es auch für den Tourismussektor einen Regierungsbeauftragten gebe. 

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In der Branche arbeiten bundesweit eine Million Beschäftigte, sagt Koperek. Jährlich würde ein Umsatz von 130 Milliarden Euro erzielt. Damit sei sie der sechstgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands.

An die Politik richtet sich daher der Wunsch, mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen, die die Branche mit Maßnahmen unterstützen können. Denn auch wenn er die bisherigen staatlichen Hilfen begrüße, stünden diese in keinem Verhältnis zum Bedarf, bedauert der Agenturchef.

Kleine Konzerte sind unwirtschaftlich

Der Versuch von Konzerten vor kleinem Publikum sei unwirtschaftlich, betont Koperek. Ein gutes Beispiel dafür sei ein Event im Juni in der Kölner Lanxess Arena, die 20.000 Besucher fast. Darin ein Konzert mit 800 Personen zu veranstalten, rechne sich nicht. Das könne nicht mehr als ein Experiment sein. 

Die Branche habe gute Ideen. Man wolle nicht nur darüber sprechen, was nicht gehe, sondern darüber, wie ein Weg zurück zu Veranstaltungen aussehen könne, die sich auch wirtschaftlich rechnen. Koperek verbindet mit der Demonstration die Hoffnung, dass sich auch beim Publikum ein Bewusstsein dafür einstellt, dass es im Herbst und Winter keine Open-Air-Veranstaltungen mehr geben und damit ein Teil ihres Gesellschaftslebens unmöglich werde.

(nis)

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