Deflation - Ursachen und Wirkungen

    Wenn Haushalte nichts mehr ausgeben

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    Eine Illustration zeigt eine Wachstumskurve, die abrupt nach unten umschlägt.
    Nicht selten geht der Deflation eine "Überhitzung" der Wirtschaft voraus. (Symbolfoto) © imago images / YAY Images
    Von Winfried Roth · 10.03.2021
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    Steigender Geldwert, sinkende Konsumentenpreise: Weil Menschen und Unternehmen dann mit noch günstigeren Preisen rechnen, ist kluges Handeln von Wirtschaft, Zentralbanken und Politik gefragt – um eine Abwärtsspirale zu verhindern.
    Über Generationen hinweg wurde und wird in Deutschland das Gespenst der Inflation beschworen, der mehr oder weniger gefräßigen Geldentwertung mit ständig steigenden Preisen im Supermarkt, an der Tankstelle oder im Restaurant. Aber mindestens genauso gefährlich, so sind sich viele Experten einig, ist eine Deflation – also eine Krise mit steigendem Geldwert und sinkenden Verbraucherpreisen.

    Inflationsängste sind leicht zu schüren

    Die Inflation spielt in den klassischen Industrieländern schon seit den 90er-Jahren kaum mehr eine Rolle. Die Geldentwertung näherte sich zwischen Berlin, Tokio und San Francisco der Nulllinie - oder sie sank sogar darunter. Trotz dieser bemerkenswerten Preisstabilität waren und sind gerade in Deutschland Inflationsängste leicht zu schüren.
    Wahrscheinlich ist das eine Spätfolge der extremen Inflation, die Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg erlebte - manchmal wurden damals an der Kasse Geldscheine nicht gezählt, sondern gewogen. Solche Bilder leben im Bewusstsein vieler Menschen bis heute fort. Auch in den 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts war die Inflation beunruhigend aufgeflackert.
    Längst stehen die Signale in Deutschland und der EU jedoch eher auf Deflation, die genauso zerstörerisch wirken kann wie eine Inflation. Erstaunlicherweise ist aber in der Bevölkerung nur wenig Angst vor einer solchen Entwicklung zu spüren.

    Wenn die Spekulationsblase platzt

    Nicht selten geht der Deflation eine "Überhitzung" der Wirtschaft voraus. In der Hoffnung auf immer weiter steigende Gewinne können im Immobiliengeschäft oder an den Börsen Spekulationsblasen entstehen. Aber die platzen früher oder später- so war es in Japan in den 90er-Jahren und in der EU nach 2007.
    Bei einem Verfall etwa der Immobilienpreise sinken zuerst Produktion und Beschäftigung in der Bauwirtschaft, Firmen gehen dort bankrott. Kredite werden nicht zurückgezahlt. Die Krise kann das Bankensystem, die Gesamtwirtschaft lähmen und politische Systeme gefährden. Wie am Ende der Weimarer Republik, als eine Deflation die Demokratie zerstörte.
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