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Fazit | Beitrag vom 01.09.2021

"Defend Afghan Women's Rights!"Den Frauen eine Stimme geben

Düzen Tekkal im Gespräch mit Andrea Gerk

Eine Frau mit selbstbewusstem Blick und Kopftuch spricht in Fernsehmikrofone. (picture alliance / Federico Gambarini)
Zarifa Ghafari war Bürgermeisterin von Maidan Shahr. Als die Taliban an die Macht gekommen sind, ist sie aus Afghanistan geflüchtet. (picture alliance / Federico Gambarini)

Die Hilfsorganisation "Defend Afghan Women's Rights!" will auf die prekäre Lage der Frauen in Afghanistan aufmerksam machen. Die werden von den Taliban verfolgt und unterdrückt. Helfen könnte ein humanitäres Aufenthaltsrecht in Deutschland.

Zarifa Ghafari hat es gerade noch geschafft. Mit einem der letzten Evakuierungsflüge erreichte sie das sichere Deutschland. Ghafari war eine der ersten Bürgermeisterinnen in Afghanistan und überlebte mehrere Mordanschläge der Taliban.

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Viele andere afghanische Frauen können das Land nicht verlassen, müssen sich verstecken und um ihr Leben fürchten. Um auf ihre Lage aufmerksam zu machen, hat die Journalistin und Autorin Düzen Tekkal die Hilfsorganisation "Defend Afghan Women's Rights!" gegründet.

Rückfall ins Mittelalter

Afghanistan drohe in Sachen Frauenrechte ein Rückfall ins Mittelalter, sagt Tekkal: "Vergessen wir nicht, dass Frauen auf Sklavenmärkten verkauft wurden, dass sie zwangskonvertiert werden, dass sie verheiratet werden. Die Frauen dürfen nicht mehr alleine ohne männliche Begleitung auf die Straße gehen. Sie müssen Burka tragen."

Die Journalistin Düzen Tekkal mit langen schwarzen Haaren und blauem Blazer vor blauem Hintergrund. (picture alliance/ Wolfgang Kumm)Die Journalistin Düzen Tekkal fordert ein humanitäres Aufenthaltsrecht für Frauenrechtsaktivistinnen. (picture alliance/ Wolfgang Kumm)

Anwältinnen, die Taliban ins Gefängnis gebracht haben, würden jetzt von diesen gesucht werden, es gebe Todeslisten, berichtet Tekkal.

Es gehe nicht, im Westen in Freiheit zu leben und gleichzeitig die Unfreiheit anderer zu akzeptieren, betont Tekkal. Sie fordert, den Frauen in Afghanistan schnell und unbürokratisch zu helfen: "Wir brauchen Sonderkontingente, ein humanitäres Aufenthaltsrecht für Frauenrechtsaktivistinnen, für Journalistinnen, für Autorinnen."

Außerdem sollten Botschaftsbüros für Asylanträge in den Anrainerstaaten eingerichtet werden. Die Spenden, die "Defend Afghan Women's Rights!" einsammelt, werden genutzt, um Frauenprojekt vor Ort zu unterstützen.

Glaubwürdigkeit des Westens

Frauen müssten als Akteure des sozialen Wandels gehört werden. Das sei auch eine Frage der Glaubwürdigkeit des Westens, sagt Tekkal: "Es geht nicht nur um die Freiheit der Menschen in Afghanistan, sondern es geht auch um das Vertrauen weltweit, was wir gerade verspielen."

(beb)

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