Debatte um umstrittene christliche Symbole am Humboldt Forum geht weiter

    Die Kuppel mit Kreuz der Westfassade des Humboldtforums in Berlin
    Die Kuppel mit Kreuz der Westfassade des Humboldtforums in Berlin © imago images / Schöning
    Kulturstaatsministerin Claudia Roth hat sich für einen kritischen Umgang mit den umstrittenen christlichen Symbolen am Berliner Humboldt Forum ausgesprochen. Der Anspruch des Forums solle sein, eine für Weltkultur offene Einrichtung zu sein, die sich der eigenen kolonialen Geschichte stelle, sagte die Grünen-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Deshalb müsse erklärt werden, was die Kuppel mit Kreuz und das Spruchband mit kombinierten Bibelzitaten historisch bedeuteten. Der Generalintendant des Humboldt Forums, Hartmut Dorgerloh, hält eine Debatte über die rekonstruierte Schlosskuppel samt Bibelzitaten für sinnvoll. Dabei handele es sich „ganz klar“ um bauhistorische Zitate, sagte er der „Berliner Morgenpost“. Dorgerloh betonte, das Humboldt Forum sei „natürlich ein Ort für alle Kulturen, für alle Religionen - da gibt es keine Vormachtstellung“. Die Bibelzitate auf der Kuppel stellten keine „programmatische Inschrift für das Humboldt Forum“ dar. Die Stiftung Humboldt Forum plant im Rahmen eines Kunstprojekts eine zeitweilige Überblendung der Bibel-Zitate in den Nachtstunden. Kritik gibt es vor allem am zweiten Teil der von Preußenkönig Friedrich Wilhelm IV. veranlassten Kuppel-Inschrift. Sie stammt aus dem Philipper-Brief im Neuen Testament und lautet: „Dass in dem Namen Jesu sich beugen sollen aller derer Knie, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“