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Fazit / Archiv | Beitrag vom 10.01.2019

Debatte um Redefreiheit an der Uni SiegenWo liegt die Grenze?

Dieter Schönecker im Gespräch mit Vladimir Balzer

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Thilo Sarrazin, Autor und ehemaliger SPD-Politiker, signiert sein neues Buch "Feindliche Uebernahme", am Weltwoche-Event "Gipfeltreffen der freien Rede" in der Samsung Hall, am Donnerstag, 4. Oktober 2018, in Zuerich. Thilo Sarrazin hat mit "Deutschland schafft sich ab" einen umstrittenen Bestseller ueber den Islam und Europa geschrieben. (KEYSTONE/Patrick Huerlimann) | (Patrick Huerlimann/dpa)
Thilo Sarrazin, hier bei einer Veranstaltung in Zürich im Oktober 2018, war einer der Redner der Seminarreihe "Denken und Denken lassen" an der Universität Siegen. (Patrick Huerlimann/dpa)

Wegen der Beiträge rechtsgerichteter Redner wie Thilo Sarrazin und Marc Jongen war die Seminarreihe "Denken und Denken lassen" an der Universität Siegen umstritten. Dieter Schönecker findet, dass man sich diese anhören und was daraus lernen kann.

Es habe "vehemente Versuche" gegeben, den Auftritt von Thilo Sarrazin bei einer Seminarreihe der Universität Siegen zu verhindern, sagte Dieter Schönecker, Veranstalter der Reihe und Professor an der Philosophischen Fakultät. Der Rektor sei noch vor ein paar Tagen aufgefordert worden, den Besuch des umstrittenen Autors zu verbieten. Außerdem seien ihm Finanzmittel gestrichen worden.

Universität als Echoraum immer gleicher Positionen

Ein anderer umstrittener Redner war der AfD-Politiker Marc Jongen. Auch hier findet Schönecker, dass "wir die Universität nicht verschließen dürfen gewissermaßen." Die Universität sei ein Echoraum geworden, in dem immer wieder die gleichen Positionen auftauchen. Es könne auch nicht schaden, wenn man sich beschäftigt mit Positionen, die üblicherweise nicht vertreten werden. 

Von Positionen wie Rassimus, meint Schönecker, "sind Leute wie Jongen und Sarrazin Welten entfernt". Die "grundsätzliche politische Auffassung" von jemandem wie Jongen sei zwar nicht seine. Aber die Frage sei, "ob das so schlimm ist und so verwerflich, dass man nicht darüber diskutieren kann. Dass man sich so etwas nicht anhören darf. Und da würde ich sagen, 'Nein, auf keinen Fall'. Das kann man sich anhören. Daraus kann man viellleicht sogar etwas lernen." Bei den Grenzen der Redefreiheit müsse man "im Einzelfall gucken". "Wenn es überhaupt Grenzen gibt", erklärt Schönecker, "dann liegen sie sehr, sehr weit, also so, dass man sie kaum sehen kann."

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