Seit 00:05 Uhr Neue Musik

Dienstag, 23.07.2019
 
Seit 00:05 Uhr Neue Musik

Fazit / Archiv | Beitrag vom 11.12.2015

Debatte um Götz Alys Zuckerberg-Kolumne"Aly argumentiert nicht"

Per Leo im Gespräch mit Eckhard Roelcke

Podcast abonnieren
Der deutsche Historiker, Journalist und Autor, Götz Aly (picture alliance / dpa / Marc Tirl)
Der deutsche Historiker Götz Aly stößt mit seinem Antisemitismus-Vorwurf in der Berliner Zeitung auf Kritik. (picture alliance / dpa / Marc Tirl)

In der Debatte um die Antisemitismus-Vorwürfe gegenüber Zuckerberg-Kritikern hat der Historiker Per Leo seinen Kollegen Götz Aly scharf kritisiert. Alys Vorwurf ist aus seiner Sicht "pure Unterstellung".

Weil der Vorwurf des Antisemitismus ungemein schwer wiege, sei er nachweispflichtig, betonte der Historiker und Autor Per Leo am Freitag im Deutschlandradio Kultur. Genau diesen Nachweis habe Aly aber nicht erbracht.

Der Historiker Götz Aly hatte in seiner Kolumne in der Berliner Zeitung Journalisten, die Zuckerbergs angekündigte Milliarden-Spende kritisierten, vorgeworfen, "moderne Antisemiten" zu sein. Direkten Bezug nahm er dabei auf einen Kommentar von Michael Hanfeld in der "FAZ".

Debatte um den tatsächlich existierenden Antisemitismus fehlt

"Aly argumentiert gar nicht, er assoziiert", kritisierte Leo seinen Historiker-Kollegen. Die von ihm kritisierten Wörter wie selbstsüchtig, verlogen oder unehrlich seien für sich genommen nicht antisemitisch, sondern würden es erst in Bezug einer Rede auf Juden. "Dieser Bezug besteht aber einzig und alleine in Alys Kopf", so Leo.

"Es hat ja fast eine gewisse Tragik, dass Aly einer der renommiertesten Erforscher des Holocausts und des NS ist, aber gerade deswegen [...] stünde es ihm gut an, zurückzurudern und sich zu entschuldigen."

Viel wichtiger sei eine Debatte um den tatsächlich existierenden Antisemitismus.

"Der müsste tatsächlich täglich bekämpft werden und nicht solche Scheindebatten über pure Unterstellungen, die eigentlich nur auf den zurückfallen, der sie trifft."

Der Autor Per Leo (undatiert).  (picture alliance / dpa / Alexa Geisthövel)Der Autor Per Leo (undatiert). (picture alliance / dpa / Alexa Geisthövel)

Mehr zum Thema

Götz Aly zu Zuckerberg-Kritikern - "Es gibt diesen feinen bürgerlichen Antisemitismus"
(Deutschlandradio Kultur, Interview, 12.12.2015)

Antisemitismusvorwürfe - Götz Aly beschädigt unsere Debattenkultur
(Deutschlandradio Kultur, Kommentar, 11.12.2015)

Aus den Feuilletons - Die "FAZ" wirft Historiker Götz Aly Rufmord vor
(Deutschlandradio Kultur, Kulturpresseschau, 10.12.2015)

Zuckerberg-Spende - Wir können uns nicht von Milliardären abhängig machen
(Deutschlandfunk, Kommentare und Themen der Woche, 02.12.2015)

Frage des Tages - Gibt es die richtige Spende vom falschen Konto?
(Deutschlandradio Kultur, Kompressor, 02.12.2015)

Reaktionen auf Zuckerberg-Ankündigung - Die Privatisierung der Mildtätigkeit
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 02.12.2015)

Mark Zuckerberg - Facebook-Chef will 42 Milliarden Euro spenden
(Deutschlandradio Kultur, Studio 9, 02.12.2015)

Kulturpresseschau

Aus den FeuilletonsIm Übergroßen das Intime
Ein riesiger Kopf mitten im See ist das Bühnenbild von Rigoletto auf der Seebühne Bregenz (picture alliance/Felix Kästle/dpa)

"Rigoletto" auf der Bregenzer Seebühne erhält von allen Seiten gute Kritiken. Bühne top, Besetzung fabelhaft, schreibt die "Süddeutsche". Die "taz" lobt, dass hinter dem ästhetischen Overkill das wahre Gefühl sichtbar werde.Mehr

weitere Beiträge

Der Theaterpodcast

Folge 14Der Stoff, aus dem der Osten ist
Szene aus "Düsterbuschs City Lights" am Theater Magdeburg (Theater Magdeburg)

Von einer Magdeburg-Reise kommen wir mit Fragen zurück: Welche Themen interessieren 30 Jahre nach dem Mauerfall das Publikum in den neuen Bundesländern? Muss man hier anders Theater machen? Und warum fallen Kritiken oft anders aus als Zuschauerreaktionen?Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur