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Interview / Archiv | Beitrag vom 04.01.2019

Datendiebstahl Rätselraten über Hackerangriffe auf Politiker-Accounts

Moderation: Dieter Kassel

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Das Foto zeigt die Platine eines Computers. (imago / photothek / Thomas Trutschel)
Nach den Hackerangriffen sind noch viele Fragen offen (imago / photothek / Thomas Trutschel)

Handynummern, Adressen, Briefe und Kreditkarteninfos: Hacker haben auf Twitter massenweise Daten deutscher Politiker veröffentlicht. Unser Redakteur Max Kuball hat sich das Datenleck genauer angesehen und rückverfolgt.

Hacker haben massenweise Daten und Dokumente von Hunderten deutschen Politikern im Internet veröffentlicht. Wer für den Hack verantwortlich ist und mit welcher Absicht die Daten verbreitet wurden, blieb zunächst unklar. Betroffen sind, mit Ausnahme der AfD, alle Parteien im Bundestag: CDU, CSU, SPD, Grüne, Linkspartei und die FDP. Viele persönliche Daten wie Briefe, Rechnungen, Adresslisten und Ausweise wurden veröffentlicht. Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) hatte zuerst darüber berichtet.

"Adventskalender-Event"

Es sei schon am 24. November losgegangen, sagt Deutschlandfunk-Kultur-Redakteur Max Kuball, der sich das Datenleck genauer angesehen hat. Auf Twitter habe ein Nutzer mit dem Namen "God" ein "Adventskalender-Event" angekündigt. Ab 1. Dezember sei dann täglich ein Tweet mit einem Link veröffentlich worden, der dann zu der Veröffentlichung von privaten Daten einiger Prominenter führte.

Lange Liste von Betroffenen

"Es ging los mit dem Satiriker und Moderator Jan Böhmermann", sagte Kuball.  Dann habe es eine lange Liste von Redakteuren bei ARD und ZDF gegeben sowie mit Rappern, YouTubern, oder auch Schauspielern, etwa Til Schweiger. Ab 20. Dezember sei es dann um Politiker gegangen. Da seien ganze Pakete veröffentlich worden. "Das ging los mit der FDP und am 24.12. endete das ganze mit CDU/CSU", sagt Kuball.  

Da viele der veröffentlichten Daten sehr detailliert und privat seien, sei das sehr gefährlich, betont Kuball. Einige der geleakten Telefonnummern habe er abgeglichen und sich vergewissert, dass sie richtig seien. Es sei aber völlig unklar, woher diese Daten stammten. Über den Urheber wisse man auch wenig. (gem)

   

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