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Kompressor | Beitrag vom 29.12.2020

Das Streaming-Jahr 2020 Wie das Zusammensein gelingen kann

Marcus Bösch im Gespräch mit Jana Münkel

Eine 3D Animation in Grün, die ein KInd auf einem Skateboard zeigt.  (imago)
In den unterschiedlichen Streamingformaten sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt (imago)

Im Streaming-Jahr 2020 erlebte der Journalist Marcus Bösch einige Pannen mit, fand sich als Avatar im schlecht sitzenden Anzug wieder und setzt auf Musik als globaler Türöffner. Der Trend gehe weg vom Bild und hin zum Audioformat.

2020 war das Jahr des Streaming. Notgedrungen mussten viele ihr berufliches und kulturelles Leben ins Internet verlegen. Es gab Online Parteitage, Weinproben und Opernpremieren, aber auch langweilige Übertragungen und reichlich Pannen. Nun arbeiten einige Startups daran, das Streaming zu verbessern und neue Ideen zu entwickeln.

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Der  Journalist und Medientrainer Marcus Bösch erzählt, dass seine beiden Töchter einmal aus der Badewanne direkt ins Schlafzimmer gelaufen seien, als er dort Online an einer Medienkonferenz in Kairo teilnahm,  "Das hat letztlich die Stimmung gelöst", war seine Erfahrung. "Nach der Kaffeepause hatten dann ganz plötzlich ganz viele auch ein Kind auf dem Schoß." Das habe ihm gut gefallen. "Denn das sklavische Aufrechterhalten der Arbeitsperformance im Lockdown ist für Eltern eine Qual gewesen und auch immer noch."

Gemeinsames Erleben 

Damit Streaming gelingt, sei es wichtig ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu schaffen, so Bösch. Die Veranstaltung müsse straff durchmoderiert werden und Feedback-Kanäle müssten vorhanden sein, damit es ein gemeinsames Erlebnis werde. "Musik ist auf jeden Fall so ein globaler Türöffner." Auch den jeweiligen Arbeitsort zu posten, könne Teilnehmer verbinden und zu einem schönen Erlebnis werden.

Als Avatar mit Halbglatze 

Er habe allerdings auch schon Sunden seines Lebens als hässlicher, computeranimierter Avatar in einem Besprechungsraum verbracht. "Mit schlechtsitzendem, digitalen Anzug, mit Bartschatten und Halbglatze." Er habe durch ein virtuelles Fenster in ein "virtuelles Draußen" geblickt. Das sei nicht so schön gewesen.

Aber es habe auch ein gegenteiliges Erlebnis beim Konzert der Hyperpop-Sängerin Hannah Diamond gegeben. "Das fühlte sich ein bisschen so an, als ob man mit Tinkerbell auf einer sich im Himmel drehenden mehrstöckigen Sahnetorte Fangen spielt." Die Avatare seien dabei Menschen mit Pferdekörpern und Fetischausstattung gewesen. "Ein schönes Erlebnis." Aber ob es immer ein Avatar sein müsse, da ist der Medientrainer skeptisch. 

Audio als Trend 

Bei den Trends für 2021 erwartet Bösch, dass sich viel in Audio-Formate ohne Bild verlagern könnte. Da gebe es keine Bildschirm mehr und es verbinden sich mehrere Leute über Audio miteinander, um zu diskutieren. "Da kann man dann Spazierengehen und währen dessen bei einer Konferenz oder bei einer anregenden Debatte mitmachen."

(gem)  
 

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