Das sind keine Peanuts mehr!

Die Buchhaltung der FMS verdient einen Preis für kreatives Gestalten, meint Birke. © Stock.XCHNG / John Evans
Von Burkhard Birke, Deutschlandradio Kultur · 31.10.2011
Ein mal eins sind zwei: Was der Erstklässler nicht weiß, lernt der Banker nimmermehr! Die bei der FMS Wertmanagement, der sogenannten Bad Bank der Hypo Real Estate, wären beim PISA-Test jedenfalls mit Pauken und Trompeten durchgerasselt.
Brutto gleich netto, da wird summiert statt subtrahiert und ratzfatz wächst der Schuldenberg Mal eben um 55,5 Milliarden Euro. Selbst für Deutsch-Banker Ackermann sind das wohl keine Peanuts mehr. Bei all dem Jonglieren mit Milliarden und Billionen, beim Hebeln im Rettungsschirm und Summen mit 12 Nullen am Ende ist der Fauxpas doch vernachlässigbar – schließlich geht es doch nur um ein paar Nullen mehr oder weniger hinter den Ziffern!?

Hätten Sie nicht auch gerne brutto für netto auf dem Konto oder ein paar Nullen mehr hinter der ersten Ziffer Ihres Gehaltes? Würden Sie nicht am liebsten die Steuerschuld des einen Jahres mit der Steuerschuld des nächsten verrechen? Nachhilfe können Manager und Wirtschaftsprüfer der FMS geben, die übrigens salopp auch Bank für Schrottpapiere genannt wird. Schrott sind dort offenbar nicht nur die Papiere ...

Vor allem die Buchhaltung verdient einen Preis für kreatives Gestalten. Da soll noch mal einer was gegen die Griechen und ihre Form der kreativen Buchhaltung und Erfassung statistischer Daten sagen, die sie regelmäßig geschönt nach Brüssel gemorst hatten!?

Wer weiß – vielleicht sind ja auch unsere Freunde, die Hellenen, jetzt für eine Überraschung gut! Denn natürlich: Weihnachten naht! Die FMS wollte uns doch nur eine schöne Bescherung zum Fest bereiten: Was kann denn entzückender sein als die Nachricht, in der Kasse liegen 55,5 Milliarden Euro mehr als gedacht. Die Staatsverschuldung sinkt!

Schade nur, dass da wieder einer vorgeprescht ist und die Katze oder genauer gesagt die Milliarden aus dem Sack gelassen hat!

Wer weiß, wer weiß: Vielleicht bleibt uns die eigentliche Überraschung ja noch vorbehalten: Die Erkenntnis, dass auch die Griechen ihre Tilgungen zu den Schulden addiert haben, dass sie gar nicht mit 350 oder gar 360 Milliarden in der Kreide stehen.

Am besten sollte die FMS das Management der griechischen Schuld übernehmen, dann hätten wir sicher eine schöne Bescherung oder zumindest den Beweis, dass Schrott mehr wert sein kann, als man uns glauben machen will!
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