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Konzert / Archiv | Beitrag vom 20.04.2012

Das RSB live aus dem Konzerthaus Berlin

Tadaaki Otaka dirigiert Mahlers Sechste

Konzerthaus Berlin (AP)
Konzerthaus Berlin (AP)

"Es gibt nur eine VI. – trotz der Pastorale." Das ist die emphatische Meinung von Alban Berg über die Sinfonie Nr. 6 von Gustav Mahler. Alexander Zemlinsky sah in ihr die "Eigentliche". "… ein Dröhnen von Posaunen und Trompeten, Holzbläser in den höchsten Lagen, Paukenkanonaden, Becken- und Trommelschläge, die wie Blitz und Donner dreinfuhren – ein tönendes Chaos" vernahm Klaus Pringsheim 1907 während der Proben zur Wiener Erstaufführung der 85-Minuten-Sinfonie unter Leitung ihres Komponisten.

Ratlosigkeit bemächtigt sich vieler Musikfreunde noch heute angesichts des kaum zu fassenden Kolosses, den sie "Tragische" nennen, um der eigenen Erschütterung einen Namen zu geben. Das 35-minütige Finale ist der einzige von Mahler je komponierte Satz, der weder in demonstrativem Jubel noch in milder Verklärung schließt, sondern der schlicht zusammenbricht. "Die sechste ist gewiss die aggressivste seiner Sinfonien, … sie sollte die böse genannt werden." (Wolf Rosenberg)

Tadaaki Otaka ist seit 2010 Künstlerischer Leiter des New National Theatre in Tokio sowie Principal Guest Conductor des Melbourne Symphony Orchestra. Der Ehrendirigent des BBC National Orchestra of Wales ist seit 1971 auch dem Tokyo Philharmonic Orchestra eng verbunden. 1995 begründete er die Kioi Sinfonietta, eines der besten japanischen Kammerensembles. Als Chef des Sapporo Symphony Orchestra führte ihn 2010 eine Europatournee nach London, Düsseldorf und München. Zuletzt war er beim London Philharmonic und Bournemouth Symphony Orchestra sowie beim hr-Sinfonieorchester Frankfurt zu Gast. Uraufführungen japanischer Komponisten wie Teizo Matsumura, Toru Takemitsu und Akira Miyoshi sind sein Verdienst. Weltweit laden ihn namhafte Orchester ein, in Großbritannien trat er häufig bei den Proms auf. Für seine Verdienste um die Musik wurde ihm 1997 der Ehrentitel Commander of the Order of the British Empire verliehen. Am Pult des RSB steht er erstmals.



Live aus dem Konzerthaus Berlin


Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 6 a-Moll


Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
Leitung: Tadaaki Otaka


nach Konzertende ca. 21:40 Uhr Nachrichten

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