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Konzert / Archiv | Beitrag vom 16.04.2017

Das Irische Rundfunk-SinfonieorchesterFriedvoll ausgefallen

Aufzeichnung aus Dublin

Der irische Komponist Brian Boydell präsentiert ein Krummhorn in einer Sendung des Irischen Fernsehens (RTE/Irischer Rundfunk)
Der irische Komponist Brian Boydell (RTE/Irischer Rundfunk)

Der Pianist Denis Kozhukhin und der Dirigent Claus Peter Flor waren in Dublin zu Gast. Das Programm des Irischen Rundfunk-Sinfonieorchesters war ausgefallen und geläufig zu gleich mit Rachmaninows 4. Klavierkonzert und Dvořáks 8. Sinfonie und einem Werk In Memoriam Mahatma Ghandi des irischen Komponisten Brian Boydell.

Etliche Jahre, die er bis 2014 als Chefdirigent in Malaysia verbrachte, war der gebürtige Leipziger Claus Peter Flor in Europa nur noch peripher sicht- und hörbar. Aber natürlich sind die Verbindungen nie abgerissen. Mittlerweile führt Flors aktueller, zwischen Oper und Konzert vielfältig bestückter Tourneekalender wieder verstärkt durch die "Alte Welt" und so auch nach Dublin, wo er sein Programm mit einem pazifistischen Bekenntnisstück des Übervaters der irischen Nachkriegsmusik, Brian Boydell, eröffnet.

Der damals 31-jährige schrieb es 1948 als Gedenkwerk für Mahatma Gandhi – in unmittelbarer Reaktion auf dessen Ermordung im Januar des gleichen Jahres. In Irland ist Boydell, im Jahre 2000 hochbetagt verstorben, nicht zuletzt auch wegen seines engagierten musikpublizistischen Wirkens gut bekannt – und auch für die hiesigen Hörer möglicher Weise eine lohnenswerte Entdeckung; die Botschaft der engagierten Komposition bleibt ohnehin aktuell.

Von da aus bewegen sich dann der Dirigent und das Irische Nationale Rundfunk-Sinfonieorchester in diesem Programm zunehmend in Richtung des international gängigen Repertoires. Zuerst verhalten, denn Rachmaninows g-moll-Klavierkonzert ist unter den fünf einschlägigen Kompositionen des russischen Spätromantikers gewiss das am seltensten zu hörende: um einiges sachlicher und spröder als seine beiden emotional wie technisch massiv hochgerüsteten Vorgängerstücke in c- und d-moll, aber gerade deswegen eine willkommene Ergänzung zum nach wie vor oft ziemlich einseitigen Rachmaninow-Bild. Mit Antonín Dvořáks zupackend-offensiver G-Dur-Sinfonie sind die Künstler dann vollends im vertrauten Fahrwasser: ein Fest der Lebensfreude nach den verhaltenen Tönen der ersten Konzerthälfte.

National Concert Hall Dublin
Aufzeichnung vom 10. März 2017

Brian Boydell
In Memoriam Mahatma Ghandi

Sergej Rachmaninow
Klavierkonzert Nr. 4 g-Moll op. 40 

Antonín Dvořák
Sinfonie Nr. 8 G-Dur op. 88

Denis Kozhukhin, Klavier
RTÉ National Symphony Orchestra
Leitung: Claus Peter Flor

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