Seit 18:05 Uhr Feature
Samstag, 06.03.2021
 
Seit 18:05 Uhr Feature

Zeitfragen / Archiv | Beitrag vom 05.07.2019

Das Gehen in der Literatur Vom Traum, unterwegs ein anderer zu werden

(Wdh. vom 13.5.2016)

Von Stefan Berkholz

Beitrag hören Podcast abonnieren
Ein Mann geht barfuß einen Strand entlang. (Unsplash / Nathan Dumlao)
"Dass man sich nackt macht, sowohl im übertragenen Sinne, aber auch wortwörtlich. Das heißt, dass man ablegt", so Ilija Trojanow über das Gehen. (Unsplash / Nathan Dumlao)

Für Autoren ist das Gehen eine ideale Ergänzung zum Sitzen am Schreibtisch. Kein Wunder, dass es in der Literaturgeschichte immer wieder auftaucht - bei Zeitgenossen und Altmeistern gleichermaßen.

Aufbruch aus dem alten Trott oder die Abkehr von einer immer hektischer werdenden Zivilisation – es gibt viele Gründe, um sich auf den Weg zu machen. Aufbruch aus dem alten Trott, nach Krankheiten oder Lebenskrisen, das kann ein Beweggrund sein, um das Gehen in der Natur wieder zu entdecken. Ein anderer: die Abkehr von einer Zivilisation, die immer hektischer und anonymer wird.

Dahinter steckt der Traum, unterwegs ein anderer Mensch zu werden und die Gewissheit, dass der lärmende Überfluss nicht das Maß aller Dinge sein kann. Selbstfindung also. Der Vergänglichkeit trotzen, Freiheit erlangen, Ängste überwinden.

Ideale Ergänzung zum Sitzen am Schreibtisch

Für Schriftsteller ist das Gehen eine ideale Ergänzung zum Sitzen am Schreibtisch. Und so machen sie sich immer wieder Gedanken über die natürliche Fortbewegung des Menschen.

Der Traum, unterwegs ein anderer Mensch zu werden, und die Gewissheit, dass der lärmende Überfluss nicht das Maß aller Dinge sein kann – viele Schriftsteller denken über die natürliche Fortbewegung des Menschen nach und brechen selbst auf in die Natur. Ilija Trojanow sagt:

"Ich glaube, das Entscheidende beim Gehen ist ja eine gewisse Entkleidung. Dass man sich nackt macht, sowohl im übertragenen Sinne, aber auch wortwörtlich. Das heißt, dass man ablegt."

Zu Wort kommen Edo Popovic und Tomas Espedal, Ilija Trojanow und David Grossman. Und mit Honoré de Balzac, Patrick Leigh Fermor, Jean-Jacques Rousseau, Robert Louis Stevenson, Henry David Thoreau und anderen wird in die Literaturgeschichte geblickt.

Hier finden Sie das vollständige Manuskript als pdf-Version und im txt-Format.

Mehr zum Thema

Feature "Tangente Süd" - Über das Verschwinden unverwechselbarer Orte
(Deutschlandradio Kultur, Literatur, 19.06.2016)

Stiljunkies - Was ist Stil - Ernst oder Spiel, Charakter oder Maske?
(Deutschlandradio Kultur, Literatur, 15.05.2016)

Selbstentblößung - Von der Bekenntniswut der Autoren
(Deutschlandradio Kultur, Literatur, 17.04.2016)

App: Dlf Audiothek

Die neue Dlf Audiothek App ist ab sofort in den Appstores von Apple und Google zum kostenlosen Download erhältlich (Deutschlandradio)

Entdecken Sie mit der Dlf Audiothek die Vielfalt unserer drei Programme, abonnieren Sie Ihre Lieblingssendungen, wählen Sie aus Themenkanälen und machen daraus Ihr eigenes Radioprogramm.


Jetzt kostenlos herunterladen

Zeitfragen

Vielleser und Bücherwürmer"Dann schlafe ich halt nicht"
Das Gemälde zeigt einen Bücherstapel, hinter dem ein obsessiver Leser hinter den Büchern fast schon verschwunden ist (picture alliance / akg-images)

Die Nebenwirkungen dieser Droge bleiben zum Glück gering − bis auf den Schlafmangel. Wie gehen "Bookaholics" mit ihrer Bücher- und Lesesucht um? Eine Sendung über Rituale, den komatösen Leserausch und die Tricks für ungebrochenen Lesefluss.Mehr

Rhythmen im GehirnDie Erforschung der Hirnwellen
Darstellung von mehreren übereinanderliegenden Gehirnwellen im Elektroenzephalogramm (EEG), vor einem bunten Hintergrund. (imago images / agefotostock)

Das Gehirn erzeugt Schwingungen. Je nach Rhythmus werden sie mit unterschiedlichen Funktionen und Bewusstseinszuständen assoziiert. Doch ihre Erforschung ist schwierig. Wie kann die Beeinflussung von Hirnwellen bei der Behandlung von Krankheiten helfen? Mehr

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur