Das Artemis Quartett löst sich auf

    Eine Hürde zu viel, um einfach weiterzumachen

    09:14 Minuten
    Das Artemis Quartett
    22 Jahre nach der Gründung löst das Artemis Quartett sich auf – vorerst, denn eine Rückkehr ist geplant. © Felix Broede
    Gregor Sigl im Gespräch mit Mascha Drost · 26.05.2021
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    Seit 1989 spielt das Artemis Quartett auf den Bühnen dieser Welt. Doch in der Coronapandemie kam nun das Ende. Die Musiker verabschieden sich auf unbestimmte Zeit und werden in der bisherigen Besetzung nicht mehr zusammen spielen.
    Das unbedingte Spiel, die Hingabe, auch die Risikofreude aller Musiker haben die Konzerte mit dem Artemis Quartett immer zu etwas ganz Besonderem gemacht. Im Laufe der Jahre hat es auch immer wieder Umbesetzungen gegeben, zuletzt 2019, als mit dem Cellisten Eckart Runge das letzte Gründungsmitglied das Quartett verließ.
    Mit der neuen Konstellation schienen die Musiker auch neuen Lebensmut gefunden zu haben. Deshalb kommt die Nachricht von der quasi Auflösung umso überraschender.

    Keine einfache Entscheidung

    Der Bratscher Gregor Sigl stieß 2007 zum Artemis Quartett und ist damit das dienstälteste Mitglied. Er sagt, dass die Entscheidung keine einfache war:
    "Wir haben zwar viele Monate gekämpft und hart gearbeitet. Dann hat aber leider ein sehr schwerer Krankheitsfall in der ganz engen Quartettfamilie dazu geführt, dass es nicht mehr geht. Da war dann plötzlich eine Hürde, die auch für ein Artemis Quartett nicht überwindbar war."
    Für Sigl ist jedoch klar, dass es eines Tages weitergehen wird. Für ihn und die Geigerin Vineta Sareika sei das Artemis Quartett seit langer Zeit der musikalische Lebensmittelpunkt.

    Besetzungswechsel als Markenzeichen

    Außerdem seien Besetzungwechsel über die Zeit eine Art Markenzeichen geworden, also werde das Quartett auch den nächsten überstehen:
    "Für mich wäre das eine wunderbare Sache, wenn es in 60 oder 100 Jahren immer noch ein Artemis Quartett gibt. Und wenn man dann immer noch die grundsätzliche Philosophie und Herangehensweise an die Musik spüren kann, die das damals junge Artemis Quartett auf so unglaublich starke und überzeugende Weise begonnen hat."
    (hte)
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