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Einstand | Beitrag vom 19.10.2020

Das Akkordeonduo Con:trustAnspannen und Entspannen: Das Grundprinzip des Lebens zwischen zwei Bälgen

Von Carola Malter

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Beide Cellisten sitzen mit ihren Akkordeons vor einer braunen Wand (Foto: Nick Konstantin Otto)
Das Akkordeonduo Con:trust (Foto: Nick Konstantin Otto)

Das Akkordeon ist im Aufwind. Das Duo Con:trust aus Weimar belegt eindrucksvoll, wie virtuos und grenzenlos die Klänge zwischen all den Falten sein können.

Das Akkordeon ist längst viel mehr als eine handliche Quetschkommode, auf denen man allenfalls Shanties spielt oder den Schneewalzer. Im vergangenen Jahr feierte z.B. die Fachrichtung Akkordeon an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT ihren 70. Geburtstag. Nicht nur in Weimar ist das Instrument längst ein gleichberechtigtes anerkanntes Fach neben dem Klavier oder der Violine. 

Der Ton wird mit dem Balg geformt

In Weimar hat das Akkordeon eine lange Tradition und Geschichte. Irmgard Slota-Krieg war nach dem Zweiten Weltkrige die erste Professorin, die einen hohen künstlerischen Anspruch an das Tasteninstrument definierte. Heute führt Claudia Buder die Ausbildung erfolgreich fort. 

Beide Akkordeonisten sitzen in sommerlicher Kleidung auf einer Dachterasse, hinter ihnen blauer Himmel (Foto: Nick Konstantin Otto)Das Akkordeonduo Con:trust (Foto: Nick Konstantin Otto)

2016 gründeten Marius Stäble und Daniel Roth in Weimar ihr Duo Con:trust. Die beiden Musikstudenten erhielten Kammermusikpreise in Deutschland und Italien. Beide Akkordeonisten spielen für Live Music Now und unterrichten an der Musik- und Kunstschule in Jena. 
Mit großem Idealismus und künstlerischer Meisterschaft spielen sie klassische und neue Musik, Bearbeitungen und Improvisationen sowie zunehmend mehr eigene Kompositionen. Dabei sprengt das Duo gern Grenzen, wenn es mit Tänzern, Malern oder Videokünstlern zusammenarbeitet. 

Musik der Loheland-Komponistinnen

2019 veröffentlichte das Duo Con:trust die Musik der Loheland-Komponistinnen. Die "Loheland Schule für Körperbildung, Landbau und Handwerk" wurde als Schul- und Siedlungsexpermient 1919 in Dirlos bei Fulda gegründet. Als Ausbildungsstätte für Gymnastik und Tanz war das Loheland eine Ausbildungseinrichtung von Frauen für Frauen, die auf die künstlerische Einheit aller Disziplinen und Talente setzte. Unverzichtbar und besonders im Fokus war dabei die Musik. Komponistinnen wie Hertha Oblasser, Marie Therese Commichau, Thea von Heinleth und Dorothee Fikentscher hinterließen avancierte kleine Instrumentalwerke, die das Duo Con:trust nun nach fast 100 Jahren erstmals wieder aufgeführt bzw. für eine CD eingespielt hat. 

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