"Da hätte mal jemand stutzig werden müssen"

Meike Hopp im Gespräch mit Frank Meyer · 04.11.2013
Jahrzehntelang verkaufte der Sohn des Kunsthändlers Hildebrand Gurlitt Werke aus der Sammlung seines Vaters. Eine immense Sammlung, die als im Krieg verbrannt galt. Dass niemand in der Kunstszene stutzig wurde, verwundert die Historikerin Meike Hopp. Doch dafür gibt es auch Gründe.
Dass es noch große Bestände an gestohlenen Kunstwerken im Privatbesitz gab, das kam oft vor nach dem Krieg: Wer behauptete, alles sei verbrannt, hatte in den Nachkriegswirren gute Chancen, damit davon zu kommen, sagt die Historikerin Meike Hopp.

Die Bestände von Hildebrand Gurlitt sind wohl deshalb so immens, weil Gurlitt direkt aus den Depots für entartete Kunst heraus kaufen konnte, vermutet sie. Dass aber über all die Jahre hinweg, in denen sein Sohn die Werke verkaufte, niemand stutzig wurde, verwundert sie. Auch die Kunstszene hätte argwöhnisch werden müssen.

Gleichzeitig gesteht sie aber auch ein: Die Forschung hat besonders in den letzten Jahren Fortschritte gemacht, mehr und mehr werden überhaupt erst die Informationen über die verloren gegangenen und enteigneten Kunstwerke zusammengetragen.

Das vollständige Gespräch können Sie mindestens bis zum 04.04.2014 als MP3-Audio in unserem Audio-on-Demand-Angebot nachhören.
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