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Interview / Archiv | Beitrag vom 11.06.2015

Cyber-Attacken"Bis zu 50.000 Hacker in Russland"

Max Goncharov im Gespräch mit Nicole Dittmer und Julius Stucke

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USB-Stick in einem Laptop (imago / Christian Ohde)
USB-Stick in einem Laptop (imago / Christian Ohde)

Noch immer ist nicht klar, wer für die im Mai bekannt gewordenen Cyberattacke auf den Bundestag verantwortlich war. Im Verdacht stehen unter anderem Hacker aus Russland. Sicherheitsexperte Max Goncharov erklärt, wie Geheimdienste und Hacker dort zusammenarbeiten.

Die Angreifer hatten bei ihrer Cyber-Attacke den sogenannten Verzeichnisdienst des Bundestages übernommen: In dem Dienst werden alle Parlamentsrechner als Netzwerk organisiert. Die Hacker hatten also Zugriff auf alle Systeme des Bundestages und die Zugangsdaten der Fraktionen, Abgeordneten und Mitarbeiter.

Im Verdacht stehen - Medienberichten zufolge - auch russische Cyber-Kriminelle. Mit der Hacker-Szene in Russland hat sich Max Goncharov in einer Studie auseinandergesetzt. Er arbeitet für ein Unternehmen für Datensicherheit in München und hält es für möglich, dass russische Hacker im Auftrag des Geheimdienstes gehandelt haben könnten. "Es gibt bis zu 50.000 Hacker in Russland", sagt er im Deutschlandradio Kultur.

Es geht um viele Millionen Euro

Einige russische Hacker arbeiteten mit dem Geheimdienst Hand in Hand, so Goncharov. Viele Jahre seien Polizei und Geheimdienst nicht an den Aktivitäten der Hacker interessiert gewesen. Mittlerweile ist den Behörden bewusst, dass es bei den Attacken um viele Millionen Euro geht. "Manchmal benutzen die Geheimdienste die Cyber-Kriminellen für politische Angriffe", sagte Goncharov. Das Motiv für die Cyber-Attacken sei "Geld und nochmal Geld".

Allerdings sei nicht immer klar, aus welchem Land eine Cyber-Attacke wirklich stamme. "Viele benutzen nicht die eigenen IP-Adressen, sondern die anderer Länder."

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