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Interview / Archiv | Beitrag vom 07.05.2020

Covid-19-TestInfizierte erschnüffeln wie ein Hund

Bernhard Schaaf im Gespräch mit Stephan Karkowsky

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Nahaufnahme einer Hundenase. (Eyeem / Alex Petz)
Covid-19 erschnüffeln wie eine sensible Hundenase? Wissenschaftler erforschen derzeit ein neues Testverfahren, das Atemluft analysiert. (Eyeem / Alex Petz)

Hundenasen können Diabetespatienten anhand der Atemluft erschnüffeln. Ein Forscherteam um den Lungenfacharzt Bernhard Schaaf untersucht, ob man auch Covid-19-Infizierte mit einem Atemtest sicher erkennen könnte.

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Die Coronakrise ist noch nicht überstanden, aber Barbesuche sind dennoch wieder ohne allzu große Einschränkungen erlaubt. Denn es gibt ein Gerät, das binnen weniger Augenblicke die Atemluft potenzieller Barbesucher analysieren kann und anzeigt, ob eine Covid-19-Infektion vorliegt oder nicht. Wer "negativ" ist, darf bleiben und mit seinen Freunden die Cocktails genießen.

Science Fiction? Spinnerei? "Die Chance, dass so ein Gerät wirklich funktioniert liegt bei zehn bis zwanzig Prozent", sagt Bernhard Schaaf. Der Wissenschaftler ist Direktor der Klinik für Infektiologie und Pneumologie im Lungenzentrum des Klinikums Dortmund. "Aber man kann es eben nur herausfinden, wenn man es ausprobiert", betont er. 

Die Suche nach schnelleren Tests

Schaaf und sein Team tun derzeit genau das und betreiben Grundlagenforschung, die sich die Eigenschaften einer hochsensiblen Hundenase zum Vorbild nimmt. Es ist bekannt, dass Hunde beispielsweise Diabetespatienten am Atem erschnüffeln können. Da sich aber nicht jede Praxis oder jedes Krankenhaus einen dafür ausgebildeten Hund halten könne, sei ein der Hundenase  nachempfundenes Gerät ein denkbares Modell, so Schaaf.

Der Druck ist immens. Denn je weitgehender die Lockerungen der Kontaktsperre ausfallen, umso dringender werden sichere und vor allem schnelle Tests benötigt, um Infizierte von Nichtinfizierten unterscheiden zu können. Auch Krankenhäuser brauchen solche Tests, damit Patienten in der Notaufnahme so schnell wie möglich von den anderen Besuchern isoliert werden können. Die sogenannten RT-PCR-Verfahren (das steht für "Real-time Reverse Transkriptase Polymerase-Kettenreaktion") mit denen derzeit getestet wird, können erst nach vier bis zwölf Stunden ein belastbares Ergebnis liefern.

(mkn)

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