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Fazit / Archiv | Beitrag vom 14.03.2020

Coronavirus-Eindämmung in BerlinZappenduster in der Partymetropole

Matthias Dell im Gespräch mit Britta Bürger

Eine Taxirufsäule und drei Telefonzellen bei Nacht. (Steinach / imago-images)
Stillstand in Berlin: Auch die Partymetropole muss sich vor dem Virus schützen. (Steinach / imago-images)

In Berlin gilt ein Verbot aller öffentlichen und nicht-öffentlichen Veranstaltungen ab 50 Personen. Damit dürfen keine Kneipen, Bars, Kinos, Theater etc. öffnen. Unser Reporter Matthias Dell war unterwegs und hat die Stimmung eingefangen.

Der Berliner Senat hat wegen der Coronakrise öffentliche und nicht-öffentliche Veranstaltungen ab 50 Personen verboten. Unser Reporter Matthias Dell hat sich auf den Weg gemacht, um nachzuspüren, wie sich eine solche Anordnung in der Party-Metropole Berlin anfühlt.

Dealer ohne Kundschaft, Kellner ohne Gäste

Die Situation sei unwirklich, sagt Dell. "Aber nicht in einem apokalyptischen Sinne, wie man das jetzt aus Italien kennt, dass die Straßenzüge vollkommen leer sind, sondern es sind einfach viel, viel weniger Menschen unterwegs."

Er herrsche eine "komische Zwischenstimmung", wie um vier oder fünf Uhr morgens, so Dell. Oder wie in der Weihnachtszeit, wenn viele Hauptstädter zu ihren Familien nach ganz Deutschland reisen.

Die Dealer am Görlitzer Park hätten keine Kundschaft mehr, die Kellner in den Restaurants keine Gäste. "Das sind Bilder, in denen etwas nicht stimmt, weil die nicht aussehen wie Normalität."

Taxi-Gewerbe hat fast nichts zu tun

Er sei von 20 Uhr bis 22 Uhr durch die innerstädtischen Ausgehstraßen in Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg und Neukölln zu Fuß und per Taxi unterwegs gewesen. 

Ein Taxifahrer habe ihm erzählt, dass fast nichts mehr los sei. "Es sind nur die Hälfte der Taxen unterwegs. Er hat gestern zwei Fahrten gehabt und fünf Stunden gewartet. Heute war ich in der dritten Stunde sein dritter Gast."

Auch die Kinos schließen. Im "Lichtblick" in Prenzlauer Berg lief die vorerst letzte Vorstellung. Von der Anordnung hatte der Geschäftsführer "per Zufall" im Internet erfahren.

(rja)

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