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Interview | Beitrag vom 20.04.2021

Corona und GeflüchteteWie die Pandemie die Integration gefährdet

Sabri Chahine im Gespräch mit Axel Rahmlow

Im Vordergrund ist ein Tafel mit dem Alphabet zu sehen, im Hintergrund sitzen Menschen an Tischen. (imago / Roland Mühlanger)
Erschwerte Integration: Viele Helfer können Geflüchtete wegen der Coronapandemie nur digital unterstützen. (imago / Roland Mühlanger)

Von der Coronakrise sind in Deutschland im besonderen Maße auch Geflüchtete betroffen. Der bisher gelungene Weg der Integration sei dadurch gefährdet, urteilt nun eine Studie. Auch ein Berliner Integrationslotse sieht Probleme.

Die Coronakrise gefährdet die Fortschritte, die in den vergangenen Jahren bei der Integration von Geflüchteten in Deutschland geschafft wurden. Davor warnen Forschende der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Notwendig sei es, deswegen gegenzusteuern.

Hier geht es zur Denkfabrik 2021. Auf der Suche nach dem Wir. (Foto: Deutschlandradio)

Die Studie des interdisziplinären Expertenteams zeigt, dass sich die Pandemie sehr stark auf Mobilität, Gesundheit, Wohnen, Bildung und Ausbildung sowie Arbeit auswirke. All dies sind Bereiche, die für Integration wichtig sind. Vor allem Beschäftige mit Migrationserfahrung – und darunter vor allem Menschen mit Fluchterfahrung – sind von der Coronakrise besonders betroffen, weil sie häufig in weniger festen Anstellungsverhältnissen arbeiten, die zudem selten für das Homeoffice geeignet sind.

Katastrophe für Analphabeten

Außerdem können Integrationskurse gar nicht oder nur online stattfinden. Auch Ehrenamtliche und Integrationslotsen in den Kommunen haben wenig Zugang zu den Menschen, die ihre Hilfe brauchen, um sich besser in Deutschland zurechtzufinden. Davon kann auch Sabri Chahine berichten. Er arbeitet seit vier Jahren als Integrationslotse im Berliner Bezirk Lichtenberg.

Chahine unterstützt Menschen, die kein oder nur kaum Deutsch sprechen, dabei, ihren Alltag zu bewältigen – vor allem bei der Kommunikation mit Behörden. Seit dem Beginn der Coronapandemie sei er im Homeoffice, der Kontakt laufe nur über das Telefon, was seine Arbeit erschwere. Unterlagen müssten nun digital an ihn weitergeleitet werden. Dies sei besonders für Analphabeten "eine Katastrophe", so der Integrationslotse.

Wie auch die Studie der Universität Erlangen-Nürnberg unterstreicht Chahine, dass Hilfe sichergestellt werden müsse, damit die Menschen weiterhin ihren Alltag bewältigen können. Denn vor allem Sprachbarrieren behinderten die Integration der Geflüchteten.

(rzr)

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