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Interview | Beitrag vom 04.03.2021

Corona-SelbsttestsKein Freibrief für riskantes Verhalten

Martin Stürmer im Gespräch mit Liane von Billerbeck

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Ein Mann führt bei der Durchführung eines Corona-Selbsttests den Tupfer mit seinem Nasenabstrich in ein Plastikröhrchen, in dem sich eine Lösung befindet (gestellte Szene). (picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer)
Corona-Selbsttest: Wer einen negativen Befund erhält, sollte sich trotzdem nach wie vor an die Abstandsregeln halten (gestellte Szene). (picture alliance / dpa-tmn | Zacharie Scheurer)

Erste Corona-Schnelltests für zu Hause kommen in wenigen Tagen in den Handel. Bekommen wir damit ein Stück Freiheit zurück? Der Virologe Martin Stürmer warnt vor zu großen Hoffnungen.

Eine der großen Hoffnungen für eine Rückkehr zum Alltag liegt auf den Corona-Schnelltests, die jeder zu Hause selbst vornehmen kann.

Grundsätzlich sei es gut, mehr zu testen, weil damit Infektionsketten vermieden werden könnten, sagt der Frankfurter Virologe Martin Stürmer. Zugleich warnt er allerdings davor, negative Tests als Freibrief für risikoreicheres Verhalten zu begreifen.

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"Wenn ich getestet werde oder mich teste und ich bin negativ, habe ich zwei Punkte zu beachten", betont Stürmer: "Das eine ist: Ich verhalte mich nicht risikohafter, als ich es sonst tun würde. Ich trage weiterhin meine Maske, ich halte mich an Abstandsregeln. Es ist kein Freibrief, leichtfertigeres oder risikohafteres Verhalten an den Tag zu legen."

Der zweite wichtige Aspekt sei das Zeitfenster, sagt Stürmer: Wer einen Antigen-Schnelltest morgens durchführe, habe abends noch eine "Restsicherheit", nicht ansteckend zu sein. Schon für den nächsten Tag sei das definitiv nicht mehr der Fall.

Schulen und Kitas könnten deutlich sicherer werden

Sinn könnten die Schnelltests zum Beispiel bei Kindergartenkindern und Schülern machen, meint der Virologe. Wenn die Kinder vor dem Besuch einer Einrichtung den Test morgens zu Hause machten, könnten Schulen und Kitas deutlich sicherer werden: "Das fände ich eine vernünftige Regelung."

Allerdings sieht Stürmer grundsätzlich auch das Risiko, dass positive Tests schlicht ignoriert werden. Da fehle einfach die Kontrolle, sagt er. Wer sein Kind trotz eines positiven Tests nach draußen schicke oder selbst positiv getestet in die Öffentlichkeit gehe, könne sich strafbar machen, betont der Virologe.

Wer sich nicht aus moralischen Gründen verantwortungsvoll verhalte, sollte sich das zumindest aus rechtlichen Gründen sehr gut überlegen.

(ahe)

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