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Wortwechsel / Archiv | Beitrag vom 20.03.2020

Corona-KriseWie verändert die Pandemie unsere Gesellschaft?

Moderation: Monika van Bebber

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Ein Mann küsst eine Frau durch einen Mundschutz. (imago images / Müller-Stauffenberg)
Liebe in Zeiten von Corona. (imago images / Müller-Stauffenberg)

Die Ausbreitung des Virus Covid-19 verändert den Alltag in Deutschland so umfassend wie keine andere Krise seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Krisenmodus macht die Stärken und Schwächen unserer Gesellschaft sichtbar und eröffnet Gestaltungsspielräume.

Eine Pandemie kann ein Katalysator für gesellschaftliche Veränderungen sein. Das hat unter anderem die historische Erforschung von Pest und Cholera gezeigt. Die deutsche Gesellschaft durchlebt jetzt eine Phase tiefgreifender Verunsicherung und ist in neuer Weise verwiesen auf ihre infrastrukturellen, ökonomischen, intellektuellen, aber auch ihre sozialen Ressourcen. In der gegenwärtigen Ausnahmesituation wird zum Beispiel deutlich, welchen Wert der am Gemeinwohl orientierte Einsatz von Pflegekräften, Ärzten, Lastwagenfahrern und Mitarbeitern im Supermarkt für das Funktionieren der Infrastruktur in Deutschland hat.

Neue Gestaltungsspielräume?

Neue Regeln des Zusammenlebens schreiben vor, was wir nicht tun sollen. Zugleich eröffnet die derzeitige Krisenerfahrung aber auch individuelle und gesellschaftliche Gestaltungsspielräume. Während die Einen froh sind über eine Pause im sonst so hektischen Leben, sehen die Anderen in den staatlich verordneten Einschränkungen ihres Alltags eine Beschneidung ihrer persönlichen Freiheit.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier formulierte es in dieser Woche so: "Wir haben es in der Hand, ob Solidarität nach innen und außen die Oberhand gewinnt oder aber der Egoismus des 'Jeder für sich'. Die Welt danach wird eine andere sein." Erste Veränderungen sind schon jetzt wahrnehmbar: Manche Menschen kämpfen in Drogerien um die Bestände von Toilettenpapier, andere organisieren in Facebook-Gruppen Nachbarschaftshilfe für Ältere und Kranke. 

Im "Wortwechsel" wollen wir fragen, welche Folgen die Corona-Krisenerfahrungen auf das soziale Gefüge in Deutschland haben könnten und haben sollten. 

Es diskutieren:

Katharina Wolff
, Historikerin und Expertin in der Erforschung von Seuchenkatastrophen, außerdem staatlich geprüfte medizinisch-technische Laboratoriumsassistentin

Prof. Dr. Hansjörg Dilger
 lehrt Sozial- und Kulturanthropologe mit Schwerpunkt Medizinethnologie an der Freien Universität Berlin

Heribert Prantl
, Kolumnist und Autor der Süddeutschen Zeitung sowie Honorarprofessor für Rechtswissenschaft an der Universität Bielefeld

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